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1. Brandenburgischer Kongress für Außerklinische Intensivpflege

Der 1. Brandenburgische Kongress für Außerklinische Intensivpflege kann als voller Erfolg gewertet werden. 200 Besucher versammelten sich im Audimax der Fachhochschule Brandenburg, um gemeinsam über die Verbesserung und Weiterentwicklung der Situation für außerklinisch versorgte, beatmete Menschen konstruktiv zu diskutieren.

Sven Rohde, Geschäftsführer der Jedermann Gruppe, rechnete nicht mit diesem überragenden Feedback. “Erst in den letzten Wochen zogen die Anmeldungen stark an. Wir hatten mit 80 Teilnehmern gerechnet und auf 100 gehofft.” Dass es am Ende doppelt so viele wurden, hat auch ihn überrascht. Auf dem Kongress stand vor allem die Verbesserung der Zusammenarbeit von Kliniken, Ärzten, Pflegekräften und Kostenträgern im Vordergrund. Hierfür bildete der Kongress eine Plattform zum gegenseitigen, regen Gedankenaustausch. “Das ist der Kernpunkt der Veranstaltung. Schaffen wir es, uns untereinander besser zu vernetzen, so kommt das nicht nur Mitarbeitern, sondern natürlich vor allem unseren Patienten zu Gute”, so Rohde. 12 Referenten berichteten über ihre praxisnahen Erfahrungen, darunter Frau Dr. med. Simone Rosseau von der Charité Berlin, Dr. med. Karsten Siemon, Oberarzt der Frührehabilitation nach Langzeitbeatmung am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft und Dr. med. Günther Schrot, Oberarzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin am Johanniter Krankenhaus in Treuenbrietzen. Schrot berichtete: “Atemnot muss kein Dauerzustand sein, auf dem Kongress können Angehörige beobachten, dass es eine reiche Anzahl an Versorgungsmöglichkeiten gibt, die dem Patienten helfen können.” Rainer Krügel, Chefarzt der Pneumologie in Treuenbrietzen, erzählte, dass außerklinische Beatmung zu seiner Anfangszeit noch “vollkommen abwegig” gewesen sei. Als er einen Patienten künstlich beatmen ließ, wurde er aufgefordert, die Beatmung auszusetzen, da der Patient in einem “irreversiblen Zustand” gewesen sei. Zwei Tage später starb der Patient. “Das sollte uns daran erinnern,”, so Krügel, “dass dieser Kongress keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist.”

Doch auch Probleme der außerklinischen Intensivpflege wurden offen angesprochen. Karsten Siemon, der einen Vortrag über das Monitoring in der außerklinischen Beatmung hielt, sprach den großen Fachkräftemangel innerhalb der Pflege an. Es müsse unbedingt vernünftige Schulungen und Ausbildungen geben, um Pflegekräfte weiter spezialisieren zu können, um den Patienten “ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen zu können.”

Günther Schrot, der auch gleichzeitig die Funktion des Kongressleiters übernahm, freute sich, dass besonders die Industrieausstellung im hinteren Bereich des Audimaxes sehr gut von den Besuchern aufgenommen wurde. Für die Ausstellung gab es “mehr Anfragen als Platz”, sagt Schrot.

Der Kongress ist der erste seiner Art und soll keineswegs eine Eintagsfliege bleiben. Sven Rohde berichtet, dass die Planungen für einen zweiten Kongress im Jahr 2011 bereits laufen. Unter anderem soll die Raumaufteilung weiter verbessert werden, um mehr Ausstellern aus der Industrie Platz bieten zu können. Ein Schwerpunkt für den Kongress 2011 wird das Thema Kinderbeatmung sein. Die Beatmungsanbieter werden Workshops für die Besucher bereitstellen. Dadurch sollen weitere Interessierte angesprochen werden, um verstärkt an der Vernetzung im Intensivpflegebereich zu arbeiten. Dazu Günther Schrot: “Bisher sind wir zwar gut vernetzt, aber noch sehr lose. Wenn wir die eingeschlagene Richtung weitergehen, werden wir ein festes Band sein.”