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20 Jahre Jedermann

Die Hauskrankenpflege für Jedermann feiert 20-jähriges Jubiläum. Diese Chance möchten wir nutzen, um die “alten Hasen” zu Wort kommen zu lassen. Die Jederzeit sprach mit Katrin Gutschmidt, Uwe Szelong und Dagmar Thieke über das 20-jährige Jubiläum von Jedermann, was sie denken, wenn sie zurückblicken und wie es ihrer Meinung nach weitergehen wird.

Katrin Gutschmidt
Am 02. Juli 1992 begann mein Leben bei der Hauskrankenpflege für Jedermann. Meine ersten Kollegen waren fünf Krankenschwestern und eine Sekretärin, die bereits seit einem Jahr tätig waren.
Für ein Jahr fuhr ich mit dem Fahrrad kreuz und quer durch Brandenburg. Da wir noch wenige Patienten hatten, fuhr ich zwischen Hohenstücken, Schmerzke und Mötzower Landstraße hin und her und das teilweise morgens, mittags und abends. Ein positiver Nebeneffekt war natürlich, dass ich gut durchtrainiert war und keinen Gramm zu viel auf die Waage brachte. Dann bekam ich als erstes Auto den Trabant unserer damaligen Leiterin Schwester Hildegard Rabbach. Später teilte ich mir mit einer Kollegin einen alten, roten Seat Panda, natürlich auch ein Auslaufmodell mit vielen Macken, den wir beide aber mit viel Liebe behandelten. Insgesamt habe ich 13 Jahre in der Hauskrankenpflege gearbeitet. In dieser Zeit habe ich viele Patienten mit ihren Familien kennen gelernt, viele unterschiedliche Haushalte erleben dürfen und mit vielen Kollegen zusammen gearbeitet. Ich erlebte, wie sich die Hauskrankenpflege in all den Jahren einen guten Namen in Brandenburg hart erarbeitet hat und wie sie von Jahr zu Jahr größer wurde.

Viele Einrichtungen kamen dazu, wie unsere Tagespflege, die Kurzzeitpflege und das betreute Wohnen und 2004 unser Hospiz, in dem ich seit dieser Zeit arbeite. Aber es sollte mit dem Wachstum unserer Firma noch lange nicht Schluss sein. Von hier aus konnte ich die Sanierung und Eröffnung des Cityhauses verfolgen. Dann wurde die Wohngemeinschaft “Mitten im Leben” eröffnet und ganz nebenbei entstand die Intensivpflege für beatmete Patienten in einer Wohngemeinschaft und im ambulanten Bereich, welche zu unserem größten Bestandteil wurde und durch die die Hauskrankenpflege zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt Brandenburg geworden ist. Nicht vergessen möchte ich den erfolgreichen Aufbau des SAPV-Teams, welches seit April 2009 viel Arbeit in Brandenburg und Umgebung geleistet hat.
Aber natürlich ist noch immer kein Ende unserer Entwicklung abzusehen. Zurzeit gibt es die Großbaustelle am Bahnhof, in der zwei Wohngemeinschaften, ein Konferenz- und Seminarzentrum und eine angemessene Zentrale für das SAPV-Team entstehen werden.

Ich denke, es wird aber auch danach mit neuen Projekten weitergehen, denn wenn ich etwas in den ganzen Jahren gelernt habe, dann dies, dass eine Firma immer in Bewegung bleiben und wachsen muss, um alle einzelnen Bereiche zu erhalten. Denn alle Einrichtungen unseres Vereines brauchen sich untereinander und so können wir auch ein fast perfektes Netzwerk anbieten.
Es ist für mich auch der richtige Zeitpunkt dafür, dass unser Verein, die Hauskrankenpflege für Jedermann, die neue Bezeichnung Jedermann Gruppe erhält. Auch dies ist ein Zeichen unserer Größenzunahme und des Wandels unseres Vereins und erklärt unsere Zusammensetzung für Außenstehende einfacher und verständlicher.

Ich bin seit 19 Jahren im Verein beschäftigt und gehöre somit zu den ältesten Mitarbeitern. Ich habe auch schwierige Zeiten und Kämpfe zum Erhalt der Firma miterleben müssen, aber es gab auch viele schöne Ereignisse, die mich auch stolz und zufrieden machen, ein kleiner Teil der Jedermann Gruppe sein zu dürfen.
Wenn ich heute zur Arbeit fahre, freue ich mich jeden Tag aufs Neue, eine Arbeit machen zu können, die mir Spaß macht und mich ausfüllt. Ich bin dankbar dafür, dass man mir das Vertrauen geschenkt hat, das Hospiz zu leiten. Mir wurde die Möglichkeit gegeben, an vielen beruflichen Weiterbildungen teilzunehmen, um für diese Tätigkeit genügend Rüstzeug zu erhalten. Manchmal ist es schon frustrierend, die meisten “Jedermänner” nicht mehr zu kennen, aber es macht mich schon stolz, dass unser Verein diese Größe und feste Position in Brandenburg eingenommen hat. Ich bin gespannt was noch kommt und freue mich auf die nächsten Jahre.

Uwe Szelong
Ich bin seit über 17 Jahren bei Jedermann. In dieser Zeit sind wir unwahrscheinlich groß geworden. Allein unsere Autoflotte und die komplette Technik – dass wir einmal solch eine Entwicklung nehmen würden, konnte ich mir, als ich im Unternehmen angefangen habe, natürlich noch nicht vorstellen. Auch die gesamten Neuerungen im Bereich der Pflege, seien es Gesetzesänderungen, Pflegestandards usw., waren damals bei weitem noch nicht abzusehen. Der einzige Nachteil hieran ist, dass das Familiäre und Vertraute bei jetzt über 200 Mitarbeitern natürlich etwas gewichen ist. Früher waren wir ein kleiner familiärer Bund, heute sind Koordination und Planung stressiger.
Nichtsdestotrotz übe ich meinen Beruf noch immer mit dem gleichen Enthusiasmus wie am ersten Tag aus. So geht es den anderen “Alteingesessenen” auch, manche meckern zwar, doch bei allen ist noch immer die tägliche Freude am Job zu sehen.

Dagmar Thieke
Am 01.11.1994 war mein erster Tag bei der Hauskrankenpflege für Jedermann. Ungefähr 20 Mitarbeiter beschäftigte die Firma damals. Heute hat sich die Anzahl verzehnfacht, was auf kompetente Führung und Teamgeist unter den Kollegen in allen Bereichen der Hauskrankenpflege zurückzuführen ist.
Mein erster Tag in der Hauskrankenpflege für Jedermann hatte mit Bauchschmerzen angefangen. Was wird mich erwarten? Wie werde ich von den Mitarbeitern aufgenommen? Kann ich den gestellten Aufgaben gerecht werden? Heute habe ich keine Bauchschmerzen mehr, wenn ich zur Arbeit fahre. Meinem Aufgabenbereich kann ich durch die gute Zusammenarbeit mit meinen Kollegen gerecht werden. Ich arbeite gern in der Dementen-Wohngruppe. Man freut sich, wenn man Kollegen der ersten Stunde trifft und über alte Zeiten sprechen kann.