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Als alles begann

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Wenn ich mir heute die Chronik ansehe, dann sehe ich, dass die Gründerinnen nicht mehr dabei sind. Sie nicht zu vergessen und ihre Leistungen in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs zu würdigen, gehört für mich zum Grundverständnis des Vereinslebens dazu.

Am 10. Oktober 1991 titelte die Märkische Allgemeine Zeitung im Brandenburger Stadtkurier: “Hauskrankenpflege für Jedermann in neuem Haus”. Dies ist der erste nachweisbare Artikel über den damals noch jungen Verein, der am 24.01.1991 gegründet wurde und am 01.07.1991 seine Arbeit als neuer, von den bestehenden Hauskrankenpflegen und ihren Verbänden nicht gewollter, ambulanter Pflegedienst in der Stadt Brandenburg aufnahm.

“Unter der Pflegedienstleitung von Hildegard Rabbach”, so heißt es im Artikel, “betreuen 6 examinierte Schwestern, eine Sozialarbeiterin und eine Sachbearbeiterin kranke Patienten – vom Kleinkind bis zum Hochbetagten – rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen.” Wenige Monate zuvor war das bestehende System von Gemeindeschwestern abgewickelt worden, welches vorherseit 1945 in der häuslichen Krankenbetreuung bestimmend war. Die damalige Gründerin, Schwester Magda, war Ehrengast bei der Einweihung.

Das “neue Haus” befand sich im Dachgeschoss der ehemaligen PALT in der Straße der Freundschaft 4 (heute Bauhofstraße 52) und hatte ein großes Zimmer und zwei kleinere Nebenräume sowie eine Garage, die vorwiegend als Lagerraum für Pflegeutensilien diente. Zunächst war das genug Platz für die 8 Mitarbeiterinnen.

Die mehrbändige, akribisch durch Elke Dahsel geführte Chronik gibt Aufschluss über die Entwicklung unseres Vereins. Sie verweist auf die radelnde Truppe, das erste Auto, die Errungenschaft von tragbaren Funkgeräten und sie zeigt in verschiedenen Bildern das personelle Wachstum der Hauskrankenpflege für Jedermann. Im Zusammenhang mit der Einführung von Funkgeräten (für alle heutigen Handynutzer: Das waren deren überdimensionalen, nicht gerade weit reichenden und häufig nicht gut zu verstehenden Vorgänger mit etwa 1,5 kg Gewicht.) bekamen wir alle den Rufnamen “Biene” und eine fortlaufende Zahl. Die Biene wurde so etwas wie das Markenzeichen des Vereins.

Viele unserer heutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gingen zu dieser Zeit noch in den Kindergarten oder verübten ihre frühen Schuljahre. Sie kennen den Verein wie er heute ist. Andere wiederum, so wie ich auch, starteten ihre eigene, häufig neue, berufliche Entwicklung und bestimmten die Entwicklung des Vereins und ihre eigene mit.

Wenn wir am 10. Dezember 2009 wieder einen neuen Vorstand wählen, erneut eine positive Bilanz ziehen können und zuversichtlich in die nächsten Jahre blicken können, so ist das ein Zeichen für die Kontinuität der Entwicklung unserer Hauskrankenpflege als gemeinnütziger Verein unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der nun schon auf nahezu 19 Jahre zurückblicken kann.