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Mirco Mengels Weiterbildung zum Atmungstherapeut

Atmungstherapeut Mirco Mengel

In der Beatmungsmedizin, in der Intensivpflege sowie in anderen atmungs- und beatmungsrelevanten Fachbereichen kann ein Atmungstherapeut die Verbindung zwischen Ärzten, Pflegekräften sowie Therapeuten schaffen, um eine einheitliche Versorgung des Patienten zu sichern. Mirco Mengel hat sich für die Weiterbildung zum Atmungstherapeuten entschieden. Die Hintergründe erklärt er euch in diesem Beitrag.

Warum Atmungstherapeut?

Seit Februar 2016 bin ich neben meiner allgemeinen pflegerischen Tätigkeit in der ambulanten Intensivpflege auch als Atmungstherapeut bei der Jedermann Gruppe beschäftigt. Die Weiterbildung zum Atmungstherapeuten ist eine Herzensangelegenheit von mir gewesen.
Da ich den Großteil meines beruflichen Werdegangs in der Beatmungspflege verbracht habe und den ambulanten sowie klinischen Intensivbereich kennenlernen durfte, wollte ich nach der Basisqualifikation und dem Schritt zum Pflegeexperten für außerklinische Intensivpflege einfach einen weiteren tun.

Mundpflege - Eis aus dem Urinröhrchen
Eis gab es für uns auch manchmal – aus dem Urinröhrchen

Wie war die Weiterbildung?

Seit September 2014 habe ich deswegen neben dem Beruf für eineinhalb Jahre die Schulbank gedrückt und in diversen klinischen Praktika Einblicke in die Beatmungsmedizin, die Intensivpflege sowie in eine Rehabilitationstherapie erhalten, in der vorrangig Patienten mit Atemwegserkrankungen behandelt wurden.
Die Weiterbildung war anstrengend, allerdings hatte ich wirklich tolle Mitstreiter: Mit den anderen Kursteilnehmern war sofort ein Miteinander da, ehe wir uns versahen, hatten wir eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe und sind dann auch abends öfter mal zusammen weggegangen.

Freizeit in der Atmungstherapieausbildung
Mit solchen Mitschülern macht die Weiterbildung Spaß!

Und es gab auch viele lustige Momente. Zum Beispiel soll man mal versuchen, mit einer Weste zur Sekretmobilisation am Körper zu sprechen – die Vibrationsrate ist so hoch, dass man nur noch mit Vibration reden kann, was dann doch sehr seltsam ist!

Weste zur Sekretmobilisation
Meine Mitschülerin beim Anlegen der Vibrationsweste

Neben den spannenden, aber anstrengenden Lerninhalten gab es also auch das nötige Maß an Spaß und Miteinander, das eigentlich nirgendwo fehlen sollte.

Was macht ein Atmungstherapeut?

Der Atmungstherapeut ist von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) entwickelt worden und nach deren Ausbildungsplan gibt es derzeit etwas mehr als 500 Atmungstherapeuten in ganz Deutschland. Diese Zahl wird stetig wachsen, wenn man bedenkt, dass die Anzahl an pneumologischen Neuerkrankungen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird.

Zunahme von Lungenerkrankungen prozentual
Quelle: de.statista.com

Nicht alle Patienten, die in der Häuslichkeit betreut werden, sind “untherapierbar”, daher ist es auch in der ambulanten Intensivpflege möglich, die Lebensqualität aufrecht zu erhalten und vielleicht sogar zu verbessern.
Dafür kann ein Atmungstherapeut eine Basis schaffen. Ganz grob fallen die folgenden Bereiche unter seine Verantwortung:

  • Diagnostische Maßnahmen durchführen und interpretieren
  • Beratung und Schulung von Pflegepersonal und Patienten
  • Atemwegsmanagement
  • Invasive / Nichtinvasive Beantmung und Weaning
  • Sekretmobilisation
  • Pneumologische Rehabilitation

Eine vollständige Liste der Aufgaben des Atmungstherapeuten nach DGP-Vorgaben kann man sich auf http://www.atmungstherapeuten.de/ ansehen

Fazit

Ich kann definitiv sagen, dass das Berufsbild des Atmungstherapeuten eine immer größere Bedeutung haben wird und somit eine Empfehlung für jede Pflegefachkraft und Physiotherapeuten ist, die sich besonders für die Beatmungspflege und -medizin interessieren.
Deswegen bin ich froh, dass mir bei der Jedermann Gruppe die Möglichkeit geboten wurde, mich in dieser Hinsicht weiterzubilden – und ich bin auch froh darüber, Menschen mit meinem erworbenen Fachwissen jetzt besser helfen zu können!