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Über den medizinischen Fortschritt der Heimbeatmung

Günter Schrot IntensivmedizinerDie Redaktion hat sich zum Ziel gesetzt, in regelmäßigen Abständen fachliche Gastbeiträge auf der Homepage der Jedermann Gruppe zu veröffentlichen. Schwerpunkt ist hierbei die Intensivpflege und Kinderintensivpflege, Berichte aus anderen Bereichen der Alten- und Krankenpflege werden ebenfalls sehr gerne aufgenommen. Nachdem die Patholinguistin Kirstin Neumann einen Beitrag über die Situation tracheotomierter Patienten veröffentlichte, möchten wir unseren Leserinnen und Lesern jetzt einen Bericht von Dr. Günter Schrot über die medizinischen Fortschritte bei beatmungspflichtigen Patienten vorstellen.

Fortschritt in der Beatmungsmedizin

Der krankheitsbedingte Ausfall lebenswichtiger Funktionen wie Herz-Kreislauf, Atmung oder Nierenfunktion führte bis vor kurzer Zeit zum sofortigen Tod. Mit dem medizinischen Fortschritt werden diese Funktionen in unserer Zeit jedoch weiter aufrechterhalten und ermöglichen eine akzeptable Lebensführung. Sie kennen alle Herzschrittmacher, künstliche Beatmungsgeräte oder Dialyse.

Erst in den letzten Jahren wurde es möglich, die Atemfunktion auch außerhalb des Krankenhauses stabil zu ersetzen. Durchführbar wurde das durch die Entwicklung kleiner Beatmungsgeräte von der Größe eines Schuhkartons und spezieller Filter, die den Sauerstoff aus der Luft saugen. Häufige Krankheiten, die zur Beatmungspflicht führen sind Schlaganfälle, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), COPD bei Raucherlunge, hohe Querschnittslähmung oder auch angeborene Atemstörungen bei Säuglingen.

Möglichkeiten der Beatmung

In verschiedenem Umfang kann die Atemfunktion ersetzt werden. Am bekanntesten ist die einfache Sauerstoffzuführung mittels eines Schlauches in die Nase. Sie kommt zur Anwendung, wenn die Muskelkraft der Atemmuskeln noch gut erhalten ist. Ist dies nicht mehr der Fall, kommt eine Gesichtsmaske zum Einsatz, die mit etwas Druck Sauerstoff in die Lunge abgibt. Sobald ein Patient den Lungenschleim nicht mehr abhusten kann oder sich verschluckt, führt kein Weg mehr am Luftröhrenschnitt mit Atemkanüle vorbei. Dies hört sich schlimm an, ist aber heutzutage Routine und wird schmerzlos in einer Klinik vorgenommen. Ein kleines Beatmungsgerät gewährleistet dann die Versorgung mit dem lebenswichtigen Sauerstoff. Der Betroffene ist danach wach, mobil, kann wieder essen und auch durch Sprechen wieder kommunizieren.

Heimbeatmung als Favorit

Die Versorgung solcher Patienten kann entweder in der eigenen Wohnung oder in Wohngemeinschaften erfolgen. Wichtig ist die rund-um-die-Uhr Anwesenheit von spezialisiertem Pflegepersonal. Diese sind sowohl für die pflegerische Versorgung als auch für die technische Bedienung des Beatmungsgerätes verantwortlich.
Das Pflegepersonal muss hierzu eine spezielle Ausbildung absolvieren und an Fortbildungen teilnehmen.

Der Gesetzgeber hat im Sozialgesetzbuch festgelegt, dass eine Betreuung zu Hause gegenüber der Betreuung im Heim zu favorisieren ist.
Die Jedermann Gruppe hat sich mit großem Personalumfang, einer eigenen Fortbildungsakademie im Lighthouse und dem Kongress für Außerklinische Intensivpflege führend im Land Brandenburg der Intensivpflege gewidmet. Durch viele Kooperationspartner wie Kliniken, Sozialeinrichtungen und engagierten Hausärzten kann ein exzellentes Niveau der Versorgung gewährleistet werden. Für die Heimbeatmung steht außerdem ein Beatmungsspezialist für alle Fragen zur Verfügung.
Für alle Betroffenen: Das Leben geht weiter. Lassen Sie sich durch die Beatmung nicht stören und nehmen Sie am familiären und gesellschaftlichen Leben weiter teil. Das ist auch unser Anliegen.

Dr. Günter Schrot ist Oberarzt der Klinik für Pulmologie in Treuenbrietzen und wissenschaftlicher Leiter des Kongresses für Außerklinische Intensivpflege.