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Der KAI 2015: Kinderintensivpflege wird konkret

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Ein Interview mit Yvonne Keiper, Teamleiterin Kinderintensivpflege und Referentin beim Kongress für Außerklinische Intensivpflege und Beatmung

Die Aufregung ist hoch, doch Yvonne Keiper stellt sich der Herausforderung: Am 14. Oktober wird die Kinderintensivpflegerin als Referentin auf dem Kongress für Außerklinische Intensivpflege und Beatmung im Berliner Olympiastadion auftreten. Dass neben Ärzten und Forschern auch Angestellte der Jedermann Gruppe unter den Vortragenden sind, freut uns sehr. Dem Fachpublikum gibt Frau Keiper in diesem Jahr Einblicke in das Thema „Tracheomalazie – Pflegeaspekte bei Kindern”. Sie bringt dazu ihre kleine Klientin Emmy mit, die mit dieser Erschlaffung der Luftröhre geboren wurde.

Wir konnten Frau Keiper zu ihrer Arbeit und ihrem Engagement auf dem Kongress interviewen.

keiper-portraitLiebe Frau Keiper, beginnen wir mit einer kurzen Vorstellung: Seit wann und in welchem Bereich arbeiten Sie bei der Jedermann Gruppe?
Im November 2015 werden es drei Jahre bei der Jedermann Gruppe. Seit 2 Jahren bin ich nun bereits Teamleiterin im Kinderbereich. Mit meinem Team betreue ich die kleine Lina, die mit dem Undine-Syndrom geboren wurde. Bei Bedarf helfe ich aber auch im Erwachsenenbereich aus.

Was reizt Sie an der Arbeit im Pflegebereich?
Das alte Klischee (sie lacht): Ich arbeite gern mit Menschen! Zu Zeiten der Ausbildung hätte ich mir allerdings eine Arbeit im Kinderbereich nicht träumen lassen, davor hatte ich zu viel Respekt. Das ist jetzt anders, mittlerweile würde ich auf Dauer wohl nicht mehr in den Erwachsenenbereich wechseln wollen. Das Schöne an der Intensivpflege ist, dass man im Idealfall nicht nur als Personal gesehen wird sondern auch als ein Teil der Familie. Und es macht auch stolz zu sehen, welche Fortschritte die Kleinen machen. Vor allem aber hat man Zeit: für den jeweiligen Patienten und seine individuellen Bedürfnisse, aber auch für Gespräche mit den Angehörigen.

Was motiviert Sie dazu, bereits zum wiederholten Male als Vortragende beim KAI dabei zu sein?
Im letzten Jahr war ich überrascht von der guten Resonanz auf meinen Vortrag. Die Kernaussage war überwiegend: „endlich mal ein Vortrag, der den konkreten Alltag des Pflegepersonals aufgreift, danke!” Da dachte ich, das ließe sich doch wiederholen. Und es hat auch Spaß gemacht, mich darauf vorzubereiten, zu recherchieren. Wenn nur das Lampenfieber nicht wäre!

Nach welchen Aspekten haben Sie Ihr Thema „Tracheomalazie – Pflegeaspekte bei Kindern” für den diesjährigen KAI ausgewählt? Gab es eine besondere Aktualität?
Zu der Thematik gab es keinen besonderen Anlass. Aber eine Tracheomalazie ist eher selten und kann nicht nur angeboren sein sondern auch erworben werden, das auch noch im Erwachsenenalter. So werden zwei wichtige Themenbereiche des KAI´s vereint: außerklinische Intensivpflege für sowohl Erwachsene also auch Kinder.

An wen richtet sich Ihr Vortrag?
An alle, die sich für das Thema interessieren: egal ob sie einen pflegenden, ärztlichen oder therapeutischen beruflichen Hintergrund haben oder pflegende Angehörige etc. sind.

Können Sie uns einen kurzen Ausblick darauf geben, welche Punkte Sie ansprechen werden?
Da im Anschluss an meinen Vortrag die Therapiemöglichkeiten seitens der Ärzte aufgegriffen werden, beschränke ich mich darauf, wie sich das Krankheitsbild bei der kleinen Emmy gezeigt hat. Ich erläutere Pflegeaspekte und gebe kleine Anekdoten aus dem Alltag bis zur endgültigen Entfernung der Kanüle. Auch wird Emmy wohl mit der Mama vor Ort sein.

Können Sie uns mehr zu Emmy erzählen? Warum haben Sie beschlossen, Ihre kleine Klientin mit zu Ihrem Vortrag beim KAI zu bringen?
Emmy ist jetzt vier Jahre alt. Ich habe sie im Rahmen meiner Arbeit (damals noch bei einem anderen Pflegedienst) im Alter von zehn Monaten kennengelernt. Auf Grund der Tracheomalazie war Emmy bereits eine Trachealkanüle gelegt worden als sie drei Monate alt war. Damit ihre Mama nach Beendigung der Elternzeit beruhigt wieder in den Job einsteigen konnte, übernahm ich für acht Stunden am Tag die Pflege und Betreuung im Rahmen einer Kindergartenbegleitung. Emmy benötigte leider mehrere Anläufe zur Entfernung der Kanüle, so kam es auch, dass wir gemeinsam zur Jedermann-Gruppe wechselten. Nun ist sie schon seit 2 Jahren dekanüliert und führt ein „normales” Leben. Ich möchte ihre Geschichte erzählen, auch um anderen betroffenen Eltern Mut zu machen.

Was gefällt Ihnen am KAI besonders? Was wird Ihr diesjähriges Highlight?
Es ist toll zu sehen, wie der KAI von Jahr zu Jahr wächst. Jeder, ob aus einem ‚großen‘ oder ‚kleinen‘ Bereich der Pflege kann zu Wort kommen und seine Fragen offen stellen. Die meisten Kongresse sind regional eingegrenzt oder nur fachspezifisch, zum Beispiel nur auf den Bereich der Kinderpflege ausgerichtet.
Was mein Highlight in diesem Jahr ist? Fragen Sie mich das nochmal nach dem KAI!

Wir danken Yvonne Keiper herzlichst für dieses Interview und freuen uns auf ihren Vortrag beim KAI! Das gesamte Programm findet ihr auf der KAI-Webseite.

Habt ihr euch schon euer Ticket für den Kongress gesichert? Hier geht’s zur Anmeldung.