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KAI 2012 etabliert sich weiter als attraktive Kongressplattform in Deutschland

Die außerklinische Intensivpflege bleibt ein Fachgebiet in der Entwicklung – das ist Resultat des wachsenden Patientenkreises und ihren immer spezifischer werdenden Bedürfnissen und Anforderungen. Immer mehr Krankheitsbilder können auch außerhalb des Krankenhauses behandelt werden, doch ohne Forschung, technische Innovationen und engagiertes Personal bleibt das ein Fantasiegebilde. Beim Kongress für außerklinische Intensivpflege (KAI) am vergangenen Wochenende kamen nun schon zum dritten Mal alle zusammen: 340 interessierte Gäste, darunter hochkompetente Referentinnen und Referenten aus Pflege und Medizin, angereist aus Berlin, Würzburg und Brandenburg, sowie zahlreiche Pflegefachkräfte, Ärzte, Hilfsmittelversorger und viele mehr.

Der KAI ist einer der größten Pflegekongresse in Deutschland und mit seinem vielfältigen und aktuellen Angebot in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg gewesen. Im Jahr 2010 von der Jedermann Gruppe initiiert, konnte der Kongress seine Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren regelmäßig erhöhen. So ist der KAI zu einer im Land Brandenburg und weit darüber hinaus anerkannten und attraktiven Plattform für Arbeitgeber und -nehmer der außerklinischen Intensivpflege geworden.

Kongresspräsident Sven Rohde, Geschäftsführer der Jedermann Gruppe, zeigte sich „sehr erfreut von der überaus großen Resonanz“ des KAI 2012, der wieder im Cultur Congress Centrum (CCC) in der Stadt Brandenburg stattfand. „Wir wollen das CCC in einen Hörsaal verwandeln“, sagte Rohde in seiner Begrüßungsrede, „um Ihren Wissensdurst zu stillen“. Die Fort- und Weiterbildung in der Intensivpflege sei „unabkömmlich, um unsere ethische Aufgabe, die jeder von uns hat, zu erfüllen“, so Rohde. Jeder Mensch hätte das Recht auf Selbstbestimmung betonte Rohde und mit dem KAI sei eine einzigartige Plattform für die Verbesserung der Situation für außerklinisch versorgte und beatmete Menschen geschaffen. Der wissenschaftliche Leiter des KAI, Dr. Günter Schrot, Oberarzt für Intensivmedizin und Anästhesie am Johanniterkrankenhaus in Treuenbrietzen, sprach sich ebenfalls für eine noch stärker fundierte Weiterbildung in der Pflegebranche aus.

Ein Schwerpunkt des KAI 2012 lag auf der Betrachtung der Situation beatmungspflichtiger Kinder. So gab Mathias Müller, Oberarzt am Städtischen Krankenhaus in Brandenburg, einen Einblick in die neurologischen Krankheitsbilder bei beatmeten Kindern. Ebenso wie viele andere Referierende erklärte Müller ausführlich mögliche Diagnose- und Therapiemöglichkeiten und gab den anwesenden Pflegekräften unmittelbare und anschauliche Eindrücke und Hilfestellungen. Weitere Schwerpunkte lagen auf den Besonderheiten der Beatmung bei neurologischer Erkrankung und dem Erkennen psychiatrischer Störungen unter den Bedingungen der Intensivpflege.

Viele anschaulich dargestellte Fallbeispiele der Vortragenden ermöglichten eine direkte Verbindung zu den Zuhörenden und zwischen Theorie und Praxis. Insgesamt herrschte ein reger und kontroverser Austausch zwischen allen Teilnehmenden. Das ist und wird immer ein Ziel des KAI sein, denn nur gemeinsam und auf einer großen Plattform mit allen Beteiligten, wie sie der KAI seit Jahren bietet, kann eine stetige Weiterentwicklung erreicht werden. Dr. Rainer Krügel, regelmäßiger KAI-Teilnehmer und Chefarzt der Klinik für Pulmologie in Treuenbrietzen, lobte den Kongress als „überwältigend“ und bezeichnete die Notwendigkeit eines regelmäßigen Pflegekongresses als „ungeheuer wichtig“. „Es ist von großer Bedeutung, dass man sich regelmäßig trifft, austauscht und schaut was die Industrie anbietet“, betonte Krügel.

Neben den Vorträgen und der Industrieausstellung bot der KAI 2012 allen Teilnehmenden zusätzlich verschiedene, praktische Workshops zu aktuellen Pflegethemen, darunter z.B. die richtige Auswahl von Trachealkanülen oder der Einfluss der Blutgasanalyse auf die Beatmung.

Für den KAI 2013, der vom 15.11 bis 16.11 2013 stattfinden wird, kündigte Dr. Günter Schrot die Verlängerung des Kongresses auf zwei volle Tage an, um „damit von außerhalb anreisenden Besuchern, bessere Möglichkeiten anbieten zu können“, so Schrot. Der zweite Tag des KAI ist als „High-Interest-Tag“ für besonders Interessierte geplant. Zudem kündigte Sven Rohde einen größeren Pflegebezug für den KAI 2013 an, um den Pflegeaspekt der Vorträge weiter auszubauen. Weiterhin stellten die Kongressinitiatoren den Deutschen Innovationspreises für außerklinische Intensivpflege vor, der auf dem KAI 2013 erstmalig vergeben werden wird.