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Neues von der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV)

Hartmut JäckelBereits vor einem Jahr berichteten wir darüber, dass es uns gelungen ist, in der Stadt Brandenburg ein SAPV – Team zu etablieren, welches sich um den Teil schwerkranker und sterbender Menschen kümmern soll, die zu Hause sterben wollen und dies mit den bisherigen Mitteln nicht können.

Zu dieser Zeit war das Team noch im Aufbau. Heute, 15 Monate nach seiner Gründung, ist es gut aufgestellt – es besteht aus drei Palliativmedizinern und sechs Pflegekräften mit Ausbildung in der Palliativmedizin und Erfahrung aus der Hospizarbeit und hat gelernt, interdisziplinär zu arbeiten.

Wir haben damit Neuland betreten und gehen, bei allen bestehenden Problemen einer solchen Struktur, einen guten Weg.

Ich bin froh, dass wir von Beginn an gemeinsam mit den Kassen beraten haben, welche Wege gangbar sind. “Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.”, sagt ein altes Sprichwort und so zeigt die durch uns bewiesene Verlässlichkeit jetzt auch ihre Wirkung in der Zusammenarbeit mit den Krankenkassen. Zunächst gelang es uns in gemeinsamer Verhandlung, die Vergütung der Pflege anzuheben. Jetzt ist auch klar, dass die Kassen unseren Argumenten für den weiteren Aufbau der Teams folgen. Fast hätte diese Entwicklung still gestanden, denn ab Januar 2010 endete eine Übergangsregelung, die festschrieb, welche Voraussetzungen Mitarbeiter in der SAPV erfüllen müssen. Galten zunächst für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abschluss eines Palliative Care Basiskurses mit 160 Stunden und sechs Wochen Praktikum in einem Hospiz oder einer Palliativstation als Pflicht, so sollte jetzt das Praktikum mindestens sechs Monate dauern. In einem Brief an die AOK stellten wir die Folgen einer solchen Entscheidung dar. Vor wenigen Tagen kam die Nachricht, dass die alte Regelung weiter gilt. Ein schöner Erfolg und eine wichtige Grundlage für den weiteren Aufbau.

Bereits im August 2009 gab es erste Sondierungsgesprächemitpotentiellen Kooperationspartnern im Havelland. Seit November wurden daraus monatliche Treffen einer Steuerungsgruppe, parallel dazu bildeten wir Mitarbeiterinnen aus. Jetzt stehen wir kurz vor dem Vertragsabschluss mit den Havellandkliniken, dem Gemeinschaftswerk Soziale Dienste in Nauen, der Diakonie Rathenow und dem Wohn- und Pflegezentrum Rathenow.

Gesteuert wird dieses Gesamtkonstrukt durch unser Kernteam in Brandenburg. Ich denke, dass wir darauf auch ein wenig stolz sein dürfen, denn den Aufbau einer palliativmedizinischen Versorgungsstruktur auf einer Fläche von etwa 1.500 km2 hat deutschlandweit noch keiner realisiert.

Unser kleines Team hat bisher mehr als 150 Patientinnen und Patienten betreut. Wir konnten beweisen, dass es möglich ist, auch in schwierigen Situationen bis zum Schluss zu Hause betreut zu werden und damit den Betroffenen einen großen Wunsch erfüllen. Mit der Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen im Havelland, können wir dieser Kernaufgabe noch besser gerecht werden.