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Pflegegrade 1,2,3,4 & 5 – die neuen Pflegestufen 2017

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Es wird schon lange kritisiert, dass die bis Ende 2016 gültigen Pflegeleistungen nicht gerecht an die Bedürfnisse Pflegebedürftiger mit eingeschränkter Alltagskompetenz, also insbesondere Menschen mit Demenz, angepasst sind. Das soll sich mit der Pflegestufen-Reform 2017 ändern. Es wird einen neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit geben, der geistige Erkrankungen mehr in den Vordergrund rückt: Die Pflegegrade.

Neu ist dann, dass psychische und physische Faktoren der Pflegebedürftigkeit gleichgesetzt werden. Bisher wurde hauptsächlich die körperliche Komponente der Pflegebedürftigkeit betrachtet, wenn es um die Einteilung in eine Pflegestufe ging.

Die Vorteile der Reform im Überblick

  • stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Demenzkranken
  • Im Durchschnitt höhere Gelder
  • neue Begutachtungskriterien
  • Angleichung der Gelder an die Preisentwicklung
  • insgesamt mehr verfügbare Gelder für die Pflege

Laut Bundesministerium für Gesundheit werden viele Pflegebedürftige durch die bevorstehende Pflegestufen-Reform eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage erfahren. Niemand werde durch die Pflegereform schlechter gestellt als zuvor.

Schnelleinstieg:
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Was sind Pflegegrade?

Pflegegrade sind 5 Einstufungskategorien (Pflegegrad 1-5) für pflegebedürftige Menschen, anhand derer die Pflegekassen entsprechende Pflegegelder bezahlen. Vor 2017 gab es für diese Einstufung 3 bzw. 4 Pflegestufen (Pflegestufe 0-3). 2017 werden die Pflegestufen auf Pflegegrade umgestellt.
Die Abstufungen der Pflegebedürftigkeit wurden im Pflegestärkungsgesetz 2 neu vorgenommen, um Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz gerecht zu werden: Diese bekommen 2017 den jeweils höheren Pflegegrad zugesprochen. Die Umstellung erfolgt durch eine formale Übertragung der jetzigen Pflegestufen in das neue Modell.

Mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz 3 soll das PSG 2 verstärkt auf kommunaler Ebene implementiert werden.

Hier sehen Sie, wie die derzeitigen Pflegestufen ab 2017 in Pflegegrade umgewandelt werden:

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Welche Leistungen stehen mir zu?

Laut Bundesministerium für Gesundheit sollen alle Pflegebedürftigen ab 2017 mehr Gelder seitens der Pflegeversicherung erhalten, als sie bisher bekommen haben. Die Hauptleistungsbeiträge für die fünf neuen Pflegegrade sollen wie folgt aussehen:

Monatliche Leistungen bei ambulanter Pflege

PG 1 PG 2 PG 3 PG 4 PG 5
Geldleistung ambulant 316€ 545€ 728€ 901€
Sachleistung ambulant 689€ 1.298€ 1.612€ 1.995€

Monatliche Leistungen bei teilstationärer und stationärer Pflege

PG 1 PG 2 PG 3 PG 4 PG 5
Leistungsbetrag teilstationär 689€ 1.298€ 1.612€ 1.995€
Leistungsbetrag stationär 125€ 770€ 1.262€ 1.775€ 2.005€

Die Kombileistung: Ambulante Geldleistung + ambulante Sachleistung

Von einer Kombileistung spricht man bei einer Kombination aus ambulanter Geldleistung und ambulanter Sachleistung bzw. Pflegesachleistung. Dies ist möglich, damit man die Pflege optimal auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen kann. Wenn eine Kombileistung bezogen wird, heißt das, dass das Pflegegeld sich in dem Maß vermindert, in dem der Wert der Pflegesachleistungen zunimmt.

Ein Beispiel

Ein Pflegebedürftiger mit dem Pflegegrad 3 wird im Jahr 2017 ambulant von einem Angehörigen gepflegt. Dafür erhält er an Pflegeleistungen ein monatliches Pflegegeld von 545 Euro. Da der Angehörige die Pflege allerdings nicht komplett übernehmen kann, reduziert der Pflegebedürftige das Pflegegeld um 20% und erhält dafür 20% der ambulanten Sachleistung.
Dies bedeutet, dass er statt der vollen 545 Euro nur noch 80%, also 436 Euro erhält. Zusätzlich erhält er 20% der ambulanten Pflegesachleistung, die normalerweise 1.298 Euro beträgt, also 259,6 Euro.
Insgesamt erhält er also Gelder von 695,6 Euro. Die Voraussetzung ist, dass 259,6 Euro für einen ambulanten Pflegedienst verwendet werden.

Der bundesdurchschnittliche pflegebedingte Eigenanteil

Beim Eigenanteil, den jeder Pflegebedürftige für seine Pflege entrichten muss, gelten zwei Werte. Standardmäßig muss jeder Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2-5 einen Eigenanteil entrichten, der sich auf 580€ beläuft.
Hinzu kommen allerdings noch die Kosten für Verpflegung, Unterkunft und andere Investitionen. Diese Kosten werden pro Einrichtung individuell berechnet. Diesen Eigenanteil muss man allerdings nur entrichten, wenn man vollstationär gepflegt wird, das heißt, wenn man in einem Pflegeheim lebt.

Zur Info

Wer in einer Pflege-WG wohnt, muss den Eigenanteil nicht entrichten. Bei einer Pflege-WG handelt es sich um eine ambulante Wohnform.

Welche Gelder kann ich zusätzlich beziehen?

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Eine pflegebedürftige Person erhält, je nach seiner Pflegeform, entweder Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder den stationären Leistungsbetrag. Hinzu kommt bei ambulant Gepflegten noch der Entlastungsbeitrag. Was ist aber außerdem noch möglich?

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Diese Leistung richtet sich nach §45b, SGB XI. Vor Januar 2015 waren damit lediglich die zusätzlichen Betreuungsleistungen gemeint. Seitdem jedoch zählen zusätzliche Entlastungsleistungen mit dazu. Diese Leistungen erstrecken sich auf die folgenden Bereiche:

  • Alltagsbegleitung, die bei Dingen, die die pflegebedürftige Person noch selbst erledigen kann, Hilfestellung bietet
  • Sonstige Dienstleistungen
  • Generell alle Tätigkeiten, die Entlastung verschaffen

Damit ist größtenteils Haushaltshilfe, Alltagsbegleitung und Pflegebegleitung gemeint. In Anspruch nehmen kann das jeder, der seinen gewöhnlichen Alltag nicht mehr selbst bewerkstelligen kann, und der ambulant gepflegt wird.

Mehr Informationen zu den Betreuungs- und Entlastungsleistungen finden Sie in unserem Beitrag zu diesem Thema.

Vergütungszuschläge für zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Pflegeeinrichtungen

Die nach §87b SGB XI geregelten Vergütungszuschläge sind gewissermaßen das Pendant der Betreuungs- und Entlastungsleistungen für stationär gepflegte Menschen. Das Geld wird dem Pflegeheim ausbezahlt. Allerdings muss das Heim nachweisen, dass es zusätzliche Betreuung und Aktivierung der Heimbewohner anbietet.

Verhinderungspflege

Eine Verhinderungspflege kann beantragt werden, wenn eine private Pflegeperson kurzfristig ausfällt. So kann für maximal 42 Tage im Jahr eine professionelle Pflegekraft die private Pflegeperson vertreten. Die Gelder der Verhinderungspflege umfassen maximal 1.612€ im Kalenderjahr. Allerdings hängt die tatsächliche Summe davon ab, von wem die Pflege übernommen wird. In unserem umfassenden Beitrag zur Verhinderungspflege erfahren Sie alle weiteren Details.

Wohnungsanpassung

Nach §40 SGB XI haben Menschen, die ambulant gepflegt werden, einen Anspruch auf finanzielle Hilfe beim Umbau ihrer Wohnung. Dabei wird max. 4.000€ pro Maßnahme von der Pflegeversicherung bezuschusst. Eine Maßnahme definiert sich durch eine Umbauphase. Wenn ein Mensch in einem gewissen Pflegegrad also seine Wohnung umbauen muss, um barrierefrei zu leben, bekommt er max. 4.000€ von der Pflegeversicherung. Verschlechtert sich sein Zustand und sind neue Umbauten nötig, wird dies als weitere Maßnahme gewertet und wieder mit maximal 4.000€ unterstützt.
Auch in betreutem Wohnen kann man Unterstützung bei der Wohnungsanpassung anfordern. In diesem Fall kann man die Unterstützung, die man erhält, mit der der anderen Bewohner kombinieren, wodurch man mehr Geld für die Maßnahmen erhält. Allerdings gilt hier, dass max. 16.000 für ein Maßnahmenpaket bezuschusst werden.

Zur Info

Wenn eine betreute Wohngruppe neu gegründet wird, unterstützt die Pflegeversicherung diese Gründung mit 2.500€ pro Bewohner bis max. 10.000€.

Medizinische Hilfsmittel / Pflegemittel

Die Pflegekassen zahlen Zuschüsse für unterschiedlichste Hilfsmittel. Dies gilt zum Beispiel für Messgeräte (wenn sie unbedingt erfordert werden), aber auch ein Hausnotruf wird mit 18,36€ monatlich und einmalig 10,49€ (für den Anschluss) unterstützt. Alle weiteren Gebrauchsmittel werden mit insgesamt 40€ monatlich pauschal subventioniert.
Mit der Pflegereform, die 2017 in Kraft tritt, entfällt die Antragspflicht. Das heißt, dass alle Hilfsmittel und Pflegemittel, die von einem Gutachter als nötig erachtet werden, unmittelbar als beantragt gelten, wenn die Betroffenen sie auch erhalten wollen.

Pflegeberatung / Pflegekurse

Sofern man einen Pflegegrad zugeordnet bekommen hat, hat man Anspruch auf kostenlose Beratungen. Dies gilt für Pflegebedürftige sowie für deren Angehörige. Einerseits soll die Qualität des Umgangs und der Pflege sicher gestellt werden. Andererseits soll auch der Pflegebedürftige über die Möglichkeiten aufgeklärt werden, die sich ihm bieten. Zum Beispiel werden oft Umbaumaßnahmen besprochen, die seine Wohnung barrierefrei machen. Die Beratung wird in sogenannten Pflegestützpunkten angeboten. Das PSG 3 sieht vor, dass noch mehr dieser Zentren gebaut werden, um gerade für die Landbevölkerung einfacher erreichbar zu werden.

Abgesehen von diesen Leistungen haben auch pflegende Angehörige Ansprüche auf Leistungen seitens verschiedener Träger.

Wie wird man in einen Pflegegrad eingestuft?

Das Neue Begutachtungsassessment

Der Begriff des Neuen Begutachtungsassessment (NBA) hört sich erst einmal überwältigend an. Doch dahinter steckt nichts anderes als ein neues System der Begutachtung, das 2017 mit dem Pflegestärkungsgesetz II angewandt wird. Generell soll die Selbstständigkeit das neue Kriterium bei der Einstufung sein. Dabei sind nicht mehr Voraussetzungen auf körperlicher Ebene, sondern Voraussetzungen auf der geistigen Verfassung wichtig.

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Was neu ist: Die bisherige Zeitmessung wird verändert, außerdem treten neue Messmethoden an diese Stelle. Die minutengenaue Messung wird im Neuen Begutachtungsassessment (NBA) nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Die Pflegebedürftigen werden ganzheitlich in Bezug auf ihre Selbstständigkeit bewertet. Dies geschieht mit Hilfe einer Punktevergabe. Auf einer Skala von 0 bis 100 wird dann eine Einteilung in eine der fünf Pflegegrade vorgenommen. Dies gilt nur für die neuen Fälle. Menschen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigungen bereits eine Pflegestufe haben, werden automatisch in den entsprechenden Pflegegrad eingeteilt, wie oben gezeigt.

Die Begutachtungskriterien im Überblick

Im Neuen Begutachtungsassessment (NBA) werden ab 2017 die folgenden sechs Bereiche begutachtet. Für jeden Pflegegrad gibt es in diesen sechs Bereichen Richtwerte, an denen sich die Begutachter bei der Bewertung richten können.

1) Mobilität
Inwiefern ist freie Bewegung (aufrechtes Sitzen, Gehen, Positionsveränderungen im Bett) möglich?
2) Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
Können noch Entscheidungen gefällt, Orte und Personen erkannt, komplexe Handlungen durchgeführt werden?
3) Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
Gibt es motorische, (auto)aggressive Auffälligkeiten im Verhalten? Bestehen (irrationale) Ängste, Wahnvorstellungen, Depressionen?
4) Selbstversorgung
Inwiefern liegt die Fähigkeit vor, die Körperpflege, das An- und Auskleiden, die Ernährung etc. noch selbstständig zu vollziehen?
5) Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen
Wie viel Unterstützung ist im Bereich der krankheitsbedingten Anforderungen (z.B. bei der Medikamentengabe oder dem Verbandswechsel) notwendig?
6) Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte
Kann der Tagesablauf noch selbstständig gestaltet und an eventuelle Veränderungen angepasst werden? Wird mit anderen Menschen normal interagiert?

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Die verschiedenen Einteilungsaspekte haben einen unterschiedlich hohen Einfluss auf die Einteilung in einen Pflegegrad.

Gewichtung der Begutachtungskriterien

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Die Einteilung wird, wie auch schon jetzt, von einem unabhängigen Prüfer seitens der Krankenkassen durchgeführt. Mit dieser Aufgabe betraut ist derzeit der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK).

Begutachtung von Kindern

Prinzipiell wird bei Kindern das gleiche Begutachtungsinstrument verwendet wie bei Erwachsenen. Allerdings verläuft die Einschätzung bei der Begutachtung der verschiedenen Aspekte anders. Für die Einstufung von Kindern gibt es Kinderbeauftragte, die eigens dafür geschult sind, die Einschätzung vorzunehmen.

Zur Info

Bei Kindern wird nicht auf Selbstständigkeit an sich geachtet, sondern auf den Grad, in welchem es von der Selbstständigkeit anderer Kinder in ihrem Alter abweicht.


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Übersicht über die einzelnen Pflegegrade

Hier finden Sie eine kurze Darstellung der einzelnen Pflegegrade: Was sind die Voraussetzungen, welche Leistungen kann man seitens der Pflegekasse beziehen? Die Faktoren, die einen gewissen Pflegegrad bedingen, finden Sie nachfolgend unter “Voraussetzungen” aufgeführt.


Pflegegrad 1 Überblick

Pflegegrad 1 – geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (12,5 bis unter 27)

Der Pflegegrad 1 ist die niedrigste Stufe der Pflegebedürftigkeit und kommt für Menschen in Frage, die die Grundbedingungen für die Pflegestufe 0 bislang nicht erfüllt hatten. Das heißt, dass mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz prinzipiell mehr Menschen als Pflegebedürftige gelten und somit die Chance auf eine Unterstützung seitens der Pflegeversicherung haben.

Zur Info

Ein allgemeiner Irrtum ist, dass Menschen, die unter Pflegestufe 0 gefallen sind, nun in den Grad 1 eingeteilt werden. Menschen der Pflegestufe 0 befinden sich ab 2017 im Grad 2.

Leistungen:

Tabelle mit Leistungen Pflegegrad 1


Pflegegrad 2 Überblick

Pflegegrad 2 – Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (27 bis unter 47,5)

Der Pflegegrad 2 entspricht der Pflegestufe 0 und der Pflegestufe 1 ohne eingeschränkte Alltagskompetenz. Im Unterschied zu den Pflegestufen wird man dem Pflegegrad 2 bereits mit einem geringeren Zeitaufwand an Pflege zugeordnet, was ein Entgegenkommen gegenüber den Pflegebedürftigen ist. Es wird, genau wie bei der Überleitung in alle folgenden Pflegegraden, jedoch noch einmal zwischen Pflegebedürftigkeit mit und ohne eingeschränkter Alltagskompetenz unterschieden. Dies wirkt sich auch auf die Gelder aus.

Vergleich: Leistungsunterschied Pflegestufe 0 → Pflegegrad 2

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Vergleich: Leistungsunterschied Pflegestufe 1 → Pflegegrad 2

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Leistungen:

Tabelle mit Leistungen Pflegegrad 2


Pflegegrad 3 Überblick

Pflegegrad 3 – Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (47,5 bis unter 70)

Dem Pflegegrad 3 entsprechen die Pflegestufen 1 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz, also meistens Demenz) und 2 (ohne eingeschränkte Alltagskompetenz). Die Konsequenz ist, dass Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die bislang unter die erste Pflegestufe gezählt wurden, nun höhere Leistungen beziehen.

Vergleich: Leistungsunterschied Pflegestufe 1 + eingeschränkte Alltagskompetenz → Pflegegrad 3

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Vergleich Leistungsunterschied Pflegestufe 2 → Pflegegrad 3

unterschiede-pflegestufe-2-pflegegrad-3

Leistungen:

Tabelle mit Leistungen Pflegegrad 3


Pflegegrad 4 Überblick

Pflegegrad 4 – Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (70 bis unter 90)

Menschen, die Leistungen der Pflegestufe 2 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz) und 3 in Anspruch genommen hatten, werden nun dem Pflegegrad 4 zugeteilt. Wiederum bedeutet dies eine höhere Einstufung von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

Leistungsunterschied Pflegestufe 2 + eingeschränkte Alltagskompetenz → Pflegegrad 4

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Leistungsunterschied Pflegestufe 3 → Pflegegrad 4

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Leistungen:

Tabelle mit Leistungen Pflegegrad 4


Pflegegrad 5 Leistungen

Pflegegrad 5 – Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (ab 90)

Der Pflegegrad 5 ist der höchste Pflegegrad. Diesen Grad erhalten Menschen, die zuvor der Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz entsprachen beziehungsweise unter die Definition „Härtefall“ fielen. Mit diesem Begriff werden Menschen bezeichnet, die einen außergewöhnlich hohen Pflegeaufwand erfordern. In diesem Grad wird ab 2017 hinsichtlich der Pflegeleistungen kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten gemacht.

Leistungsunterschied Pflegestufe 3 + eingeschränkter Alltagskompetenz bzw. Härtefall→ Pflegegrad 5

unterschied-pflegestufe3alltagskompetenzhaertefall-pflegegrad5

Leistungen:

Tabelle mit Leistungen Pflegegrad 5

Was steht mir als pflegendem Angehörigem zu?

Als pflegender Angehöriger haben Sie Anspruch auf unterschiedliche Leistungen seitens des Staates und der Pflegeversicherung.

Pflegegeld

Das Pflegegeld wird allen Pflegebedürftigen gezahlt, die ambulant von Angehörigen gepflegt werden. Der Pflegebedürftige darf frei über das Pflegegeld verfügen. Allerdings ist es primär dazu da, dem Angehörigen als finanzielle Anerkennung weitergegeben zu werden. Wie hoch die Zahlung des Pflegegeldes ist, hängt vom jeweiligen Pflegegrad des Pflegebedürftigen ab.

Rentenansprüche

Sobald Sie einen pflegebedürftigen Angehörigen mindestens 14 Stunden in der Woche pflegerisch unterstützen, gelten Sie als Pflegeperson gemäß der Definition der Pflegeversicherung. Wenn Sie zudem nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbstätig sind, übernimmt die Pflegeversicherung Ihre Beiträge zur Rentenversicherung.
Ausschlaggebend hierfür ist der Pflegegrad Ihres Angehörigen und die Art der Pflegetätigkeit.

In diesem Fall werden seitens der Pflegekassen zwischen 144,86€ und 434,59€ pro Monat (alte Bundesländer) bzw. 125,66€ bis 376,99€ (neue Bundesländer) an Rentenversicherungsbeiträgen gezahlt.
Demgemäß erhalten Sie pro Jahr Pflegetätigkeit einen Rentenanspruch von 7,49€ bis 22,46€ (alte Bundesländer) bzw. 6,90€ bis 20,71€ (neue Bundesländer) monatlich.

Die genannten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2016. Ab dem ersten Januar 2017 soll die Situation von pflegenden Angehörigen jedoch deutlich verbessert werden.

Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung

Während der Zeit, die Sie Ihren Angehörigen pflegen, sind Sie gesetzlich unfallversichert, ohne dass Ihnen dadurch Kosten entstehen.
Zudem haben Sie die Möglichkeit, bei der Arbeitslosenversicherung versichert zu bleiben. Voraussetzung hierfür sind die folgenden Punkte:

  • Antragstellung bei der Bundesagentur für Arbeit innerhalb von 3 Monaten nach Aufnahme der Pflegetätigkeit bzw. nach Beendigung einer Pflegezeit (§3 Abs. 1 Satz 1 des Pflegezeitgesetzes)
  • Sie haben mindestens 12 der letzten 24 Monate, bevor Sie mit der Pflege begonnen haben, Beiträge zur Arbeitsförderung gezahlt oder Arbeitslosengeld erhalten
    Direkt, bevor Sie mit der Pflege begonnen haben, waren Sie pflichtversichert oder haben Arbeitslosengeld bezogen
  • Sie sind nicht anderweitig versicherungspflichtig zur Arbeitsförderung bzw. versicherungsfrei (einen Minijob können Sie neben der Pflege allerdings noch ausführen)

Verhinderungspflege

Eine Verhinderungspflege wird von der Pflegekasse in dem Fall gezahlt, dass Sie als pflegender Angehöriger wegen eines Urlaubs oder wegen Krankheit die Pflege nicht durchführen können. Dazu müssen Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen allerdings seit mindestens 6 Monaten pflegen. Mehr Informationen zur Verhinderungspflege finden Sie auch in unserem Beitrag zu diesem Thema.

Zur Info

Wenn Sie Urlaub machen, werden Ihre Rentenversicherungsbeiträge weiter gezahlt.

Kostenlose Pflegekurse für Angehörige

Mit der Einführung des 2. Pflegestärkungsgesetzes zu Beginn 2016 wurden die Pflegekassen dazu verpflichtet, Angehörigen kostenlose Pflegekurse anzubieten. Dies soll dazu dienen, die Angehörigenpflege kompetent zu machen. Allerdings sollen die Kurse Angehörigen auch den Platz dafür bieten, Kontakte zu knüpfen, Fragen zu stellen und sich auszutauschen.

Freistellungen nach dem Familienpflegezeitgesetz

Wenn Sie mindestens 15 Wochenstunden in einem Betrieb arbeiten, der mehr als 25 Mitarbeiter beschäftigt, haben Sie ein Recht auf eine teilweise Freistellung von 24 Monaten für die häusliche Pflege eines nahen Angehörigen. Dies müssen Sie 8 Wochen im Voraus bei Ihrem Arbeitgeber beantragen. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit.

Vorsorge- und Rehabilitationsaufenthalte für pflegende Angehörige

Die Krankenkassen bieten Vorsorge- und Rehabilitationsaufenthalte in zweierlei Hinsicht an. Erstens bestehen solche Angebote für den pflegenden Angehörigen alleine, damit er eine Pause von der Pflege machen und Abstand gewinnen kann. Zweitens gibt es jedoch auch Angebote für beide, also Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen. Für die Versorgung der Pflegebedürftigen während dieser Zeit kann dieser sein Recht auf Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen.

Pflegegrad beantragen

Pflegegrad beantragen
Streng genommen beantragt man keinen Pflegegrad, sondern die Einteilung in einen solchen. Falls bereits eine Einteilung in eine Pflegestufe vorliegt, geht die Neueinteilung zu Beginn 2017 automatisch vonstatten. Sofern ein Mensch jedoch erst pflegebedürftig wird, müssen Pflegeleistungen persönlich beantragt werden. Dem geht eine Einteilung in einen Pflegegrad durch den MDK voraus. Die Einteilung muss bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt werden. Was beachtet werden muss, ist die Tatsache, dass die Gelder aus der Pflegeversicherung erst im Monat der Antragstellung erbracht werden, was heißt, dass ein solcher Antrag möglichst frühzeitig gestellt werden sollte.
Der Besuch des MDK ist ausschlaggebend für die Einstufung. Auf Grundlage seines Gutachtens entscheidet die Pflegekasse, welchem Grad Sie angehören. Deshalb ist es ratsam, sich gut darauf vorzubereiten, zum Beispiel mit einem Pflegetagebuch, in das alle Pflegemaßnahmen und deren zeitlicher Aufwand über mindestens zwei Wochen eingetragen werden.

Falsch eingestuft – Widerspruch einlegen?

Wer glaubt, nicht in den richtigen Pflegegrad eingestuft worden zu sein, kann Widerspruch gegen die Entscheidung der Pflegekasse einlegen.

Sie haben nach Eingang der Einstufung einen Monat Zeit, Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen. Eine Begründung kann bis zu einem zusätzlichen Monat später erfolgen. Zusammen mit dem Widerspruch sollten Sie um Akteneinsicht in das Gutachten des MDK bitten. Vergleichen Sie die Feststellungen des Gutachtens mit dem Pflegetagebuch, das Sie im besten Fall geführt haben. Schreiben Sie eine ausführliche Begründung mit genauen Angaben.

Nach Sichtung des Widerspruchs entscheidet die Pflegekasse, ob ein neues Gutachten durch den MDK erfolgen soll. In diesem Fall wird Ihnen der MDK ein weiteres Mal einen Besuch abstatten, auf den Sie sich besonders gut vorbereiten sollten.

Sie brauchen Hilfe beim Widerspruch? Die Landesverbände des Sozialverbands VdK bieten umfangreiche Rechtsberatungen zum Thema an.

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Begriffserklärung: Die unterschiedlichen Leistungen der Pflegekassen

Ambulante Geldleistung / Pflegegeld

Das Pflegegeld (auch Pflegeleistung ambulant genannt) kann von Menschen in Anspruch genommen werden, die zu Hause durch Angehörige bzw. Ehrenamtliche gepflegt werden. Die Pflegekasse zahlt die Leistungen direkt an den Pflegebedürftigen. Dieser kann entscheiden, wem er welche Summe für seine Pflegetätigkeiten auszahlt.
Wenn eine solche Geldleistung gezahlt wird, geht das mit einer obligatorischen Beratung einher. Dadurch soll der pflegende Angehörige oder Ehrenamtliche dazu befähigt werden, eine qualitativ hochwertige Pflege durchzuführen.

Ambulante Sachleistung

Diese Leistung erhält ein Pflegebedürftiger, wenn er zwar weiterhin zu Hause gepflegt wird, dies aber von einem professionellen Pflegedienst. Auch das Leben in Pflege-WGs fällt unter diese Kategorie. Man spricht dann auch von einer Pflegesachleistung. Dieses Geld soll dazu dienen, die Grundpflege, die Behandlungspflege und die Hauswirtschaft des Pflegebedürftigen durch einen Pflegedienst sicher zu stellen.
Wenn für diese Pflege und die Versorgung gesorgt ist, kann die Pflegesachleistung auch für eine Betreuung beansprucht werden.
Die ambulante Pflegesachleistung wird auch gezahlt, wenn eine teilstationäre Pflege in Anspruch genommen wird, also eine Pflege, die teilweise in einem Pflegeheim stattfindet. Dies bezeichnet normalerweise die Tages- und Nachtpflege. Solche Angebote werden normalerweise angenommen, weil die Angehörigen, die sonst die Pflege übernehmen, berufstätig sind.

Teilstationärer Leistungsbetrag

Teilstationäre Leistungsbeträge erhalten Pflegebedürftige, die sich weniger als 24 Stunden in einer Pflegeeinrichtung aufhalten. Damit ist zumeist die Tages- und Nachtpflege gemeint.Der teilstationäre Leistungsbetrag entspricht den Pflegesachleistungen.

Stationärer Leistungsbetrag

Pflegebedürftige Personen erhalten den stationären Leistungsbetrag, wenn er vollstationär gepflegt wird. Vollstationäre Pflege bedeutet, dass der Pflegebedürftige eine Pflegeform in Anspruch nimmt, die nicht mehr im Eigenheim stattfindet, sondern in einem Pflegeheim.

Haben Sie Fragen?

Pflegegrade Fragen

Kann ich schlechter eingestuft werden als unter den Pflegestufen?

Es gibt einen sogenannten Bestandsschutz, der allen Pflegebedürftigen garantiert, dass sie mindestens die gleichen Leistungen erhalten wie bisher unter den Pflegestufen. Es gibt zur Sicherheit die Möglichkeit, die Überleitung in einen Pflegegrad, welche automatisch verläuft, von einem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) überprüfen zu lassen. Sollte der MDK einen niedrigeren Pflegegrad zuweisen als er automatisch zugewiesen worden wäre, wird dennoch der höhere Pflegegrad übernommen.

Muss man sich neu begutachten lassen, um einen Pflegegrad zu erhalten?

Die Zuweisung eines Pflegegrades erfolgt durch eine automatische Überleitung. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Wer bezahlt die Pflegereform?

Durch die Pflegereform ergeben sich einmalige Kosten von 4,8 Milliarden Euro und jährliche Mehrkosten von 2,4 Milliarden Euro. Diese Kosten werden damit kompensiert, dass Beitragszahler der Pflegeversicherung künftig 0,5 Prozentpunkte mehr zahlen.

Ändern sich die Beträge für Verhinderungspflege?

Die Leistungen, die Ihnen die Verhinderungspflege gewährt, bleiben 2017 gleich, sind also von den Pflegegraden nicht unmittelbar betroffen. Mehr Informationen zur Verhinderungspflege finden Sie hier.

Ändern sich die Beträge für Betreuungsleistungen?

Ja. Bisher gab es, je nach Einstufung des Pflegebedürftigen, eine Betreuungsleistung von 104€ bzw. 208€ im Monat. Dieser Betrag wird nun durch einen einheitlichen Betrag von 125€ ersetzt. Allerdings greift hier der Bestandsschutz. Hat ein Pflegebedürftiger im Jahr 2016 noch 208€ Betreuungsleistungen monatlich bezogen, wird ihm der monatliche Differenzbetrag von 83€ weiterhin ausgezahlt. Mehr zu Betreuungs- und Entlastungsleistungen können Sie hier erfahren.

Werden die Entlastungsleistungen durch die 125€ ersetzt?

Ja, werden Sie. Die vormals 104€ bzw. 208€, die ein Pflegebedürftiger je nach Einstufung im Monat erhalten hat, werden durch die 125€ ersetzt. Allerdings bekommt ein Pflegebedürftiger, welcher 208€ monatlich erhalten hat, den Differenzbetrag von 83€ im Monat weiterhin ausgezahlt. Dafür sorgt der Bestandsschutz.

Fallen die Leistungen in der stationären Pflege geringer aus?

In einigen Pflegegraden fallen die Leistungen tatsächlich geringer aus als bisher unter den Pflegestufen. Allerdings greift hier der Bestandsschutz, sodass Sie die Differenz weiterhin ausgezahlt bekommen. Welche Pflegegrade betroffen sind, können Sie sich in der Übersicht der einzelnen Grade ansehen.

Gilt der Bestandsschutz auch für Betreuungsleistungen?

Ja. Ab 2017 gibt es zwar ein angepasstes Geld für Betreuungsleistungen von 125€ im Monat. Allerdings bekommt jeder Pflegebedürftige, der bisher 208€ monatlich erhalten hat, die Differenz von 83€ im Monat weiterhin ausgezahlt.

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Zusammenfassung Pflegegrade

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