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Der neue Pflegegrad 1 – Voraussetzungen & Geldleistungen

Pflegegrad 1

Der Pflegegrad 1 wurde am 01.01.2017 neu eingeführt. Dieser Pflegegrad wird Menschen zugeteilt, die bislang keine Pflegestufe erhalten haben. Viele dieser Menschen benötigen jedoch Pflege, meistens wegen Einschränkungen der allgemeinen Alltagskompetenz.

Das bezieht sich in den meisten Fällen auf Demenz. Mit dem Pflegestärkungsgesetz 2 (PSG II) und dem Einführen des Pflegegrad 1 will man diese Menschen unterstützen. In der Vergangenheit gab es dafür die Pflegestufe 0, welche jedoch mittlerweile in den Pflegegrad 2 übergeleitet wurde. Der Pflegegrad 1 ist somit völlig neu.

Voraussetzungen für die Einstufung in den Pflegegrad 1

Pflegebedürftige werden vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mittels des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) in Pflegegrade eingeteilt. Dabei handelt es sich um einen Katalog an Kriterien, mit dem man die Pflegebedürftigkeit möglichst genau feststellen kann.

Das Neue Begutachtungsassessment prüft die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen in 6 Kategorien. Für jede dieser Kategorien werden Punkte vergeben, sodass der Pflegebedürftige am Ende eine Gesamtzahl an Punkten erhält, die seine Pflegebedürftigkeit in Zahlen fassen. Die Bewertungsskala liegt im Rahmen von 0 bis 100 Punkten, wobei 100 Punkte das höchste Maß der Pflegebedürftigkeit ausdrücken. Jeder Pflegegrad entspricht einer gewissen Anzahl an Punkten.

Zur Info

Es wird oft irrtümlich angenommen, dass Menschen mit der Pflegestufe 0 jetzt in den Pflegegrad 1 eingeordnet werden. Die Pflegestufe 0 wird in den Pflegegrad 2 überführt, der Pflegegrad 1 ist völlig neu und richtet sich an Menschen, die bislang keine Pflegestufe erhalten haben.

Um den Pflegegrad 1 zu erhalten, müssen Pflegebedürftige eine Punktzahl von 12,5 bis <27 Punkten erreichen. Per Definition des NBA entspricht das einer geringen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, sei diese nun körperlich oder kognitiv.

Im Überblick

  • Pflegegrad 1: 12,5 – <27 Punkte
  • Pflegegrad 2: 27 – <47,5 Punkte
  • Pflegegrad 3: 47,5 – <70 Punkte
  • Pflegegrad 4: 70 – <90 Punkte
  • Pflegegrad 5: 90 – 100 Punkte

Leistungen für Menschen mit Pflegegrad 1

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 sind lediglich gering in ihrer Selbstständigkeit beeinträchtigt. Das befugt diese Pflegebedürftigen gemäß des Pflegestärkungsgesetz 2 nicht dazu, eine ambulante Geldleistung oder eine Pflegesachleistung seitens der Pflegeversicherung zu beziehen.

Leistungen Pflegegrad 1

Gemeint ist damit, dass Menschen mit Pflegegrad 1 kein Pflegegeld für die Pflege zu Hause erhalten, also weder Pflegesachleistungen noch ambulante Geldleistungen. Allerdings haben sie Anspruch auf einen zweckgebundenen ambulanten Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich seitens der Pflegeversicherung (§45b SGB XI). Was man mit dem Geld des Entlastungsbetrags machen kann, erfahren Sie in unserem Beitrag zu den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Kann man mit dem Pflegegrad 1 Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen?

Ein Recht auf Kurzzeitpflege hat eine Pflegeperson mit dem Pflegegrad 1 nicht. Allerdings lassen sich für die Kurzzeitpflege die Leistungen verwenden, die man mit dem Entlastungsbetrag bezieht. Da sich diese Leistungen nach §45b SGB XI wie erwähnt jedoch nur auf 125 Euro im Monat belaufen, kann man die Kurzzeitpflege damit nur an 1-2 Tagen im Monat beanspruchen.

Erst ab dem Pflegegrad 2 kommt die Pflegeversicherung für die Kurzzeitpflege auf.

Zur Info

Mit dem Pflegegrad 1 hat man noch keinen Anspruch auf die Leistungen der Verhinderungspflege. Die Verhinderungspflege ist vom Gesetzgeber für Pflegebedürftige vorgesehen, die eine intensive Pflege benötigen. Und dieser Umstand bezieht sich nicht auf Menschen mit dem Pflegegrad 1. Mit dem Pflegegrad 1 bezieht eine Pflegeperson noch kein ambulantes Pflegegeld. Da die Verhinderungspflege sich auf maximal die Hälfte des ambulanten Pflegegeldes beläuft, ist dies auch rechnerisch begründet.

Kann eine Pflegeperson mit Pflegegrad 1 Pflegehilfsmittel beziehen?

Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 haben das Recht, Pflegehilfsmittel zu beantragen. Pflegehilfsmittel sind beispielsweise ein Hausnotruf, dessen Installation sowie monatliche Gebühr die Pflegepersonen von der Pflegekasse subventioniert bekommen. Pflegehilfsmittel können aber auch Gebrauchsmittel sein, für die Pflegebedürftige pauschal 40€ pro Monat erhalten. Alle Pflegegrade erhalten hier die gleiche Unterstützung.

Was sind Pflegegrade?

Pflegegrade lösen seit Beginn 2017 die bisher gängigen Pflegestufen ab. Mit den Pflegegraden wird der Pflegebedarf von Pflegepersonen definiert. Dadurch lässt sich feststellen, welche Leistungen man durch die Pflegeversicherung seitens der Pflegekassen beziehen kann.

Überleitung der Pflegestufe in Pflegegrade

Generell wird jede Pflegestufe in den nächsthöheren Pflegegrad überführt. Der Pflegegrad 1 ist, wie gesagt, völlig neu, und richtet sich an Pflegebedürftige, die bislang keiner Pflegestufe zugeteilt wurden.

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Seit Beginn 2017 wird – statt einer Pflegestufe – der jeweilige Pflegegrad anhand des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) ermittelt. Neu daran ist, dass das NBA mit den Pflegegraden nicht mehr nur körperliche, sondern auch kognitive Einschränkungen der pflegebedürftigen Person berücksichtigt. Mehr zum Neuen Begutachtungsassessment finden Sie in unserem Beitrag zu den Pflegegraden.

Die Pflegegrade sowie das Neue Begutachtungsassessment wurden 2017 im Zuge des PSG II eingeführt. Das Pflegestärkungsgesetz 3, welches ebenfalls am 01.01.2017 in Kraft getreten ist, soll bei der Umsetzung des Pflegestärkungsgesetz 2 in ländlichen Regionen helfen. Außerdem setzt es das Pflegegeld mit anderen Sozialleistungen wie der Eingliederungshilfe in Beziehung.

Zur Info

Hier finden Sie alle Informationen zu den anderen Pflegegraden: