Pflegegrad 2 – Voraussetzungen & Geldleistungen

Mit dem Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetz 2 (PSG 2) am 01.01.2017 wurden die alten Pflegestufen 0-3 von den 5 Pflegegraden abgelöst. Den Pflegegrad 2 erhalten alle Menschen, die bisher in die Pflegestufen 0 und 1 (ohne eingeschränkte Alltagskompetenz) eingeteilt waren.

Voraussetzungen für die Einstufung in den Pflegegrad 2

Eine Einteilung in die neuen Pflegegrade erfolgt anhand des Neuen Begutachtungsassessments (NBA). Die Begutachtung wird vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, dem MDK, vorgenommen. Diese Begutachtung verläuft mittels einer Punktevergabe in 6 verschiedenen Aspekten der Selbstständigkeit – sowohl körperliche als auch kognitive Fähigkeiten werden bewertet. Der Antragsteller erhält eine Punktzahl von 0 bis 100, wobei 100 Punkte dem höchsten Grad der Unselbstständigkeit entsprechen. Die Punktezahl, die der Antragsteller erhält, entspricht einem Pflegegrad, dem er dann zugewiesen wird.

In den Pflegegrad 2 wird man eingeteilt, wenn man vom MDK 27 bis <47,5 Punkte anerkannt bekommt. Dies entspricht einer erheblichen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit.

Leistungen für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2

Menschen, die Leistungen gemäß des Pflegegrades 2 beziehen, erhalten je nach Pflegeform unterschiedliche Gelder. Werden sie von Privatpersonen gepflegt, erhalten sie eine monatliche ambulante Geldleistung von 316€. Werden sie ambulant von einem Pflegedienst oder anderen professionellen Dienstleistern gepflegt, erhalten sie ambulante Sachleistungen bzw. Pflegesachleistungen von 689€. Wurden sie stationär aufgenommen und werden im Heim gepflegt, erhalten sie stationäre Leistungsbeträge von 770€.

Zur Info

Durch die Umstellung auf die Pflegegrade erhalten stationär gepflegte Menschen 294€ weniger Leistungen als bisher. Allerdings sichert der Bestandsschutz ihnen die Unterstützung, die sie bislang erhalten haben. Lediglich Pflegebedürftige, die neu in den Pflegegrad 2 eingestuft werden und stationär gepflegt werden, bekommen 294€ weniger, als sie 2016 noch bekommen hätten.

Hinzu kommt der zweckgebundene Entlastungsbetrag nach §45b SGB XI. Da der Betrag zweckgebunden ist, steht er dem Pflegebedürftigen nur für gewisse Ausgaben zur Verfügung. Für was genau man den Entlastungsbetrag ausgeben kann, können Sie sich in unserem Beitrag zum Allgemeinen Betreuungs- und Entlastungsbetrag ansehen.

Ein Beispiel

Den allgemeinen Betreuungs- und Entlastungsbetrag kann man zum Beispiel dafür verwenden, sich Hilfe bei pflegebedingten Umbaumaßnahmen in der Wohnung zu holen oder jemanden damit zu beauftragen, die Haustiere zu versorgen.

Diese Leistungen bezahlen die Pflegekassen Menschen mit dem Pflegegrad 2

Tabelle mit Leistungen Pflegegrad 2

Damit stehen Leistungsempfängern, die vor 2017 die Pflegestufe 0 bzw. 1 hatten und jetzt in den Pflegegrad 2 eingeteilt sind, generell mehr Leistungen zur Verfügung. Dies gilt zumindest für ambulante Geldleistungen, also Pflegegeld, und Pflegesachleistungen. Lediglich pflegebedürftige Menschen, die vorher Pflegestufe 1, nun den Pflegegrad 2 haben und stationär gepflegt werden, bekommen einen geringeren stationären Leistungsbetrag: Die Kürzung beläuft sich auf 294€ im Vergleich zum Pflegegrad 1.

Hier können Sie sich die gesamten Unterschiede zu den Pflegestufen 0 und 1 ansehen.

Vergleich: Leistungsunterschied Pflegestufe 0 → Pflegegrad 2

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Vergleich: Leistungsunterschied Pflegestufe 0 → Pflegegrad 2

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Was sind Pflegegrade?

Pflegegrade ersetzen seit Beginn 2017 die bis dahin geltenden Pflegestufen. Es handelt sich bei den Pflegegraden um Bewertungskategorien, die pflegebedürftigen Menschen ein entsprechendes Pflegegeld zuweisen. Neu bei den Pflegegraden sind die Kriterien, mit denen man einem einem Pflegegrad zugeteilt wird.

Die Bewertung erfolgt durch das Neue Begutachtungsassessment (NBA) und wird vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) durchgeführt. Kamen bisher eher körperliche Einschränkungen sowie die Zeit, die für die Pflege erforderlich war, in Betracht, so werden nun verstärkt auch kognitive Einschränkungen mit einbezogen.

Dies dient dazu, dass auch Menschen, die körperlich keine Beeinträchtigung haben, allerdings eine erhöhte eingeschränkte Alltagskompetenz (in den meisten Fällen Demenz) zeigen, nun einem Pflegegrad zugeteilt werden und Unterstützung erhalten können.

Das Pflegestärkungsgesetz 3 ist ebenfalls am 01.01.2017 in Kraft getreten. Es soll die Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes 2 in ländlichen Regionen fördern. Gleichzeitig setzt es Pflegegelder und Sozialleistungssysteme in einen rechtlichen Zusammenhang, weswegen es auch einiger Kritik ausgeliefert ist.

Zur Info

Hier finden Sie alle Informationen zu den anderen Pflegegraden:

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