Pflegegrad 5 – Voraussetzungen & Geldleistungen

Zu Beginn 2017 wurden im Zuge des Pflegestärkungsgesetz 2 (PSG II) die bis dahin gültigen Pflegestufen durch 5 Pflegegrade ersetzt. Die Pflegegrade dienen dazu, die Pflegebedürftigkeit eines Menschen festzustellen und ein entsprechendes Pflegegeld auszuzahlen.

Der Pflegegrad 5 ist der höchste Pflegegrad und richtet sich an Menschen mit schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Wann bekommt man den Pflegegrad 5 zugeteilt?

Für die Einteilung in einen Pflegegrad zuständig ist der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK). Wird eine Einteilung in einen Pflegegrad beantragt, kommt ein Prüfer des MDK zur pflegebedürftigen Person und bewertet deren Pflegebedürftigkeit und den damit verbundenen Aufwand an Pflege. Diese Bewertung erfolgt anhand des Neuen Begutachtungsassessments (NBA), das ebenfalls seit Beginn 2017 gilt. Das Neue Begutachtungsassessment wurde entwickelt, um nicht nur körperliche Faktoren, sondern auch kognitive Beeinträchtigungen mit in die Bewertung einfließen zu lassen.

Der Prüfer des MDK vergibt einen Wert von 1-100 Punkte an den Pflegebedürftigen, wobei 100 dem schwersten Grad der Beeinträchtigung entspricht.

Den Pflegegrad 5 erhält ein Mensch, wenn er in höchstem Maße unselbstständig ist und rund um die Uhr eine intensive pflegerische Versorgung benötigt. In Punkten des Neuen Begutachtungsassessments ausgedrückt heißt das, dass er im Rahmen von 90 bis 100 Punkten liegt.

Der Pflegegrad 5 entspricht der Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (also meist Demenz) bzw. dem sogenannten Härtefall.

Zur Info

Von einem Härtefall spricht man, wenn bei dem Pflegebedürftigen ein sehr atypischer Sachverhalt vorliegt, der beträchtlich vom Normalfall abweicht, den der Gesetzgeber als solchen definiert hat.

Welche Unterstützungen erhält man seitens der Pflegekasse mit dem Pflegegrad 5?

Hinsichtlich der Leistungen kommt es auf die Pflegeform an, in der der Patient gepflegt wird. In der Pflege durch Angehörige erhält der Pflegebedürftige ein Pflegegeld von 901 Euro im Monat durch die Pflegeversicherung. Wird die Pflege zu Hause von einem professionellen Pflegedienst übernommen, zahlt die Pflegekasse eine Pflegesachleistung von insgesamt 1995 Euro monatlich. Für die stationäre Pflege, also die Pflege in einem Pflegeheim, stellt die Pflegekasse eine Leistung von monatlich 2005 Euro. Allerdings müssen Pflegebedürftige zusätzlich zu diesen Leistungen einen bundesdurchschnittlichen Eigenanteil von 580€ bezahlen. Hinzu kommen Leistungen, die jedes Pflegeheim individuell berechnet.

Zusätzlich haben Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 5 auch Anspruch auf Betreuungs- und Entlastungsleistungen gemäß §45b SGB XI. Dieser Betrag ist allerdings zweckgebunden und kann dementsprechend nur für bestimmte Dinge verwendet werden.

Beispiel

Der Entlastungsbeitrag kann beispielsweise dazu dienen, eine Putzfrau zu engagieren, die sich des Haushalts annimmt. Auch kann damit jemand bezahlt werden, der die Pflanzen in den Räumlichkeiten der pflegebedürftigen Person gießt und pflegt.

Mehr zu den Betreuungs- und Entlastungsleistungen können Sie in unserem detaillierten Beitrag zum Thema erfahren.

Die Leistungen für den Pflegegrad 5 im Überblick

Tabelle mit Leistungen Pflegegrad 5

Mit der der Pflegereform und der Umstellung von den Pflegestufen auf die Pflegegrade haben sich auch für den Pflegegrad 5 einige finanzielle Änderungen ergeben. Generell hat ein Pflegebedürftiger mit den Pflegegraden Anspruch auf mehr Leistungen durch die Pflegeversicherung als zuvor. Dies ist auch größtenteils beim Pflegegrad 5 der Fall. Lediglich die Pflegesachleistungen wurden nicht angehoben.

Vergleich Pflegestufe 3 + eingeschränkter Alltagskompetenz bzw. Härtefall→ Pflegegrad 5

Unterschied Pflegestufe 3 - Pflegegrad 5

Was sind Pflegegrade?

Pflegegrade sind Einteilungskategorien für Pflegebedürftige, mit denen Leistungen definiert werden, die die Pflegebedürftigen seitens der Pflegekassen erhalten, damit die Pflege gewährleistet werden kann, also Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder der stationäre Leistungsbetrag. Vor 2017 galten 4 Pflegestufen (Pflegestufe 0-3). Allerdings wurde oft kritisiert, dass der eingeschränkten Alltagskompetenz, also überwiegend der Demenz, ein ungenügender Stellenwert in der Pflege eingeräumt wurde. So erhielten Pflegebedürftige, die zwar körperlich völlig unbeeinträchtigt waren, jedoch unter starker Demenz litten, erst durch einen Zusatz zu den Pflegestufen eine entsprechende Kompensierung. Durch die Pflegegrade soll dieser Missstand nun vermieden werden – alle Pflegebedürftigen sollen die Pflege erhalten, die sie auch wirklich benötigen, ob der Grund der Pflegebedürftigkeit in der Demenz oder in körperlichen Einschränkungen der Selbstständigkeit liegt.

Ebenfalls zu Beginn 2017 in Kraft getreten ist das Pflegestärkungsgesetz 3 (PSG 3), das das Ziel hat, das Pflegestärkgunsgesetz 2 in ländlichen Regionen effizienter umzusetzen. Außerdem wurden im Zuge des PSG 3 auch Pflegegelder mit anderen Sozialleistungssystemen wie der Eingliederungshilfe in Bezug gesetzt. Dies hat ebenfalls einige Kritik ausgelöst. Mehr Infos hierzu finden Sie in unserem Beitrag zum Pflegestärkungsgesetz 3.

Zur Info

Hier finden Sie alle Informationen zu den anderen Pflegegraden:

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