Filmtipp: „Glücklich vergessend in den Tod“
Geschrieben von Yvonne Hinneburg am 16. April 2026
Kategorien: Allgemein, Ambulante Pflege, Betreutes Wohnen, Demenz, Palliativpflege
Es gibt Filme, die bleiben nicht einfach im Kino. Sondern wirken nach.
Der Dokumentarfilm „Glücklich vergessend in den Tod“ ist so ein Film.
Er erzählt die Geschichte von Sabine, einer lebensfrohen, unkonventionellen Frau, die mit einer Demenzerkrankung lebt und sich bewusst mit ihrem Abschied auseinandersetzt.
Statt sich zurückzuziehen, geht sie offen mit ihrer Situation um. Sie spricht über ihre Wünsche, lädt zu einer „Generalprobe“ ihrer eigenen Beerdigung ein, malt, lacht und gestaltet ihr Leben bis zuletzt aktiv.
Gemeinsam mit ihrer Familie findet sie ihren eigenen Weg, mit dieser Zeit umzugehen.
Was dabei entsteht, ist ein sehr persönlicher Blick auf ein Thema, das oft vermieden wird.
Sterben, Abschied und Trauer werden nicht ausgeklammert, sondern in den Alltag integriert.
Und genau das macht diesen Film so besonders.
Ein Film, der Tabus sichtbar macht
Der Dokumentarfilm zeigt nicht nur eine einzelne Geschichte.
Er öffnet den Blick für das, was viele betrifft, aber selten ausgesprochen wird im Alltag und macht sichtbar, wie unterschiedlich Menschen mit Abschied umgehen.
Und dass es möglich ist, diese Zeit bewusst zu gestalten.
Dabei wird auch deutlich, wie wichtig die Menschen im Hintergrund sind.
Angehörige, Begleitende, Pflegekräfte und viele andere, die diesen Weg mitgehen und oft im Verborgenen wirken.
Entstanden aus persönlicher Nähe
Die Filmemacherinnen Monia Ben Larbi und Yvonne Hotz haben sich dem Thema nicht nur aus professioneller Perspektive genähert.
Beide bringen auch persönliche Erfahrungen mit ein.
Die Auseinandersetzung mit Demenz und Abschied ist Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte.
Der Film entstand über einen längeren Zeitraum hinweg, in kleinen Abschnitten, mit viel Nähe zu den Beteiligten. Gerade diese besondere Arbeitsweise verleiht ihm eine ruhige, sehr persönliche Atmosphäre.
Man spürt, dass hier nicht distanziert beobachtet wird, sondern dass es um echte Begegnungen geht.