Von der ambulanten Pflege in die Kinderintensivpflege? Warum nicht!

Yvonne Boldt ist seit 2013 in der Kinderintensivpflege tätig. Sie kümmert sich um den 13-jährigen Jonas. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit und das Verhältnis zu Jonas und seiner Familie und gesprochen.

Wie bist du in die Kinderintensivpflege gekommen?

Ich habe in der ambulanten Pflege angefangen. Für die außerklinische Kinderintensivpflege habe ich mich wegen einer Freundin entschieden. Sie hat davon geschwärmt und mich so praktisch in die jetzige Versorgung reingeholt. Ich war eigentlich erstmal als Aushilfe gedacht, eigentlich war ich eine Schwangerschaftsvertretung, aber die Familie hat sich für mich entschieden, und seitdem bin ich hier.

War es problematisch, in die Kinderintensivpflege zu wechseln?

Gar nicht! Hier ist alles so herzlich und familiär. Also natürlich hat man anfangs gewisse Berührungsängste, aber durch die gute Einarbeitung und die Familie habe ich mich da super reingefunden. Die Familie möchte gerne am Wochenende für sich sein, deswegen haben wir am Wochenende keine Versorgung hier, und ansonsten bin ich nur acht Stunden täglich bei Jonas. Deshalb habe ich auch kein Team, sondern bin alleine hier. Und es ist auch bestimmt manchmal schön, wenn ich nicht da bin, also die Familie nur für sich ist.

Was heißt gute Einarbeitung für dich?

Gute Einarbeitung, das ist für mich, dass ich eine kompetente Kollegin habe, die den Patienten, in diesem Fall Jonas, sehr gut kennt, die auf meine Fragen antworten kann und die auch liebevoll an die Pflege herangeht. Außerdem hatten wir auch Zeit, ich hatte eine Woche lang die Einarbeitung und ich konnte sie auch jederzeit anrufen, es war also immer jemand für mich da.

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Was machst du an Pflege mit Jonas?

Ich mache keine Körperpflege, sondern nur Behandlungspflege. Die Körperpflege übernimmt die Familie. Das heißt, dass ich die Vitalwerte überprüfe, den Hustenassistenten einsetze und absauge. Sauerstoff bekommt er auch bei Bedarf, wenn die Sättigung herunterrutscht. Und dann begleite ich ihn noch in die Schule, täglich für 3 Stunden. Da muss eine Pflegefachkraft mit, ansonsten dürfte Jonas die Schule nicht besuchen. Jonas ist in der Schule, damit er einfach mal rauskommt und seine Mitschüler trifft. Die sind ganz lieb, streicheln ihn, fahren auch mal mit dem Rollstuhl über den Schulhof und so weiter.

Ansonsten wird mal eine schöne CD eingelegt oder mal die Füße oder die Hände massiert, aber sonst geben wir ihm auch viel Ruhe. Was aber auch völlig in Ordnung ist, also für mich sowohl als auch für die Familie. Er will auch oft einfach seine Ruhe haben, dann freut er sich auch, wenn nicht an ihm rumgemurkelt wird. Das ist einfach stimmungsabhängig.

Wie ist das Verhältnis zu Jonas und der Familie?

Unser Verhältnis ist echt super. Wir laden uns auch zum Geburtstag ein oder zum Grillen, oder zum Kindergeburtstag. Ich habe auch einen Sohn, der zwar noch ein bisschen kleiner ist: Er ist erst 2 und wird 3, die Kleine aus der Familie ist 5 geworden, also es fängt langsam an, dass sie etwas miteinander anfangen können.
Mit Jonas sind wir ganz viel unterwegs. Wir nehmen ihn überall hin mit, wenn irgendwas ansteht. Zu IKEA, in den Havelpark, einkaufen, solche Sachen.

Kognitiv ist Jonas auf dem Stand eines zwei Monate alten Kindes. Er kann nicht sprechen, sondern macht Laute. Man merkt, ob es ihm schlecht geht oder ob er gut drauf ist.

Wie läuft die Kommunikation mit der Jedermann Gruppe?

Super! Also in unserem „Team“, auch wenn wir jetzt nicht so ein Team sind, funktioniert alles reibungslos, also wirklich. Mit „Team“ meine ich Dana Konopka, meine Leitung. Wir machen auch beide immer die Teamsitzung mit der Mama zusammen. Dana versucht, 1-2 Mal im Monat herzukommen.

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