Pflegezimmer richtig einrichten – so gehts

Ist ein pflegebedürftiger Angehöriger zusehends immobil bzw. gar bettlägerig, nimmt sein Pflegezimmer immer mehr an Bedeutung zu, weil immer mehr Zeit dort verbracht wird. Abgesehen davon bringt die Krankheit des Pflegebedürftigen ebenfalls verschiedene Anforderungen an das Pflegezimmer mit sich, die beachtet werden müssen.

Der Raum an sich

Es gibt einige allgemeine Aspekte, die der Raum erfüllen muss, wenn er als Pflegezimmer fungieren soll.

Auf einen Blick

  • Nähe von Bad und Gemeinschaftsräumen
  • Ausreichend Platz
  • Hell und freundlich
  • Beheizbar und gut zu lüften
  • Barrierefrei
  • Reinigungsfreundlich

Ein Pflegezimmer muss gleichzeitig gemütlich und praktisch sein. Der pflegebedürftige Mensch muss sich darin wohlfühlen, aber auch gepflegt werden können.

Die Nähe zu Bad und Toilette ist leicht erklärt – auch für Menschen, die nicht pflegebedürftig sind, ist das entschieden ein Vorteil. Auch, dass das Zimmer hell und freundlich ist und dabei beheizbar und gut zu lüften ist, versteht sich praktisch von selbst.

heller-raum

Die nötige Größe des Pflegezimmers ergibt sich aus mehreren Faktoren. Zunächst einmal wirkt ein kleines Zimmer sehr beengend, vor allem, wenn man viel Zeit darin verbringt. Mindestens genauso wichtig ist jedoch, dass die nötigen Pflegehilfsmittel auch Platz im Pflegezimmer finden. Auch muss der pflegebedürftige Mensch sich frei und ungehindert darin bewegen können bzw. bewegt werden können, falls er nicht mehr imstande ist, dies selbst zu tun.

In unserem Beitrag zur Barrierefreiheit in der Häuslichkeit können Sie sich darüber informieren, was Sie dabei beachten müssen.

Leicht zu reinigen bzw. zu desinfizieren muss das Zimmer sein, da einerseits die Krankheit des pflegebedürftigen Menschen häufiges Saubermachen erfordern kann (beispielsweise durch Inkontinenzprobleme), andererseits auch durch häufige Arzt- und Krankenhausbesuche die Gefahr multiresistenter Erreger besteht. Das gilt nicht nur für den Boden des Pflegezimmers, sondern auch für die Einrichtung.

Von Teppichboden ist deshalb stark abzuraten, besser sind Fliesen, Naturstein, Dielen, Laminat oder ähnliches.

Welche Möbel benötigt ein Pflegezimmer?

Auf einen Blick

  • (Pflege)Bett
  • Nachttisch
  • Sessel
  • Schrank / Kommode für das Verstauen des Pflegematerials
  • Regale für persönliche Gegenstände
  • Tisch und Stühle
  • Dekoration

Was die Einrichtung des Pflegezimmers angeht, so muss natürlich stark auf die jeweilige Situation des pflegebedürftigen Menschen eingegangen werden: Ist ein Pflegebett bereits nötig? Wird ein Pflegesessel gebraucht oder ist das „normale“ Sitzen noch problemlos möglich?

Diese und ähnliche Fragen sollten Sie mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen bzw. auch mit dem Pflegedienst, der ihn betreut, klären. Der Pflegedienst kann Ihnen auch bei der Anschaffung der Einrichtungsgegenstände helfen bzw. Sie über Subventionierungsmöglichkeiten aufklären.

Zur Info

In unserem Beitrag zur Finanzierung von Barrierefreiem Wohnen finden Sie bereits einige Informationen zu diesem Thema.

Wichtig ist, dass Sie nicht nur die gegenwärtige Situation betrachten, sondern sich auch Gedanken darüber machen, wie sich der Zustand Ihres Angehörigen mittelfristig ändern könnte.
Dem sollte in der Einrichtung eines Pflegezimmers auch Rechnung getragen werden, damit Sie sich weitere Umbaumaßnahmen bzw. die Anschaffung weiterer Einrichtung sparen.

Der Nachttisch gewinnt an Bedeutung, umso mehr Zeit Ihr pflegebedürftiger Angehöriger im Bett verbringt, da er dort die Dinge ablegen kann, die er benötigt.

Diese Zeit bzw. die eventuellen Schwierigkeiten, die er beim Hinlegen und Aufstehen hat, zeigen auch an, ob ein Pflegebett not tut oder ob ein normales Bett ausreichend ist.

An der Mobilität Ihres Angehörigen macht sich auch fest, ob der alte Fernsehsessel noch seinen Dienst erfüllt oder ob ein Pflegesessel nicht besser wäre.

Ein Schrank bzw. eine Kommode sollte genug Platz für die Kleidung Ihres Angehörigen bieten, darüber hinaus jedoch auch alle Pflegematerialien beinhalten können.
Der ständige Blick auf die Dinge, die man seiner Krankheit bzw. seines Gebrechens halber benötigt, hebt nicht gerade die Stimmung. Deshalb sollten sie nach Gebrauch auch wieder verstaut werden.

dekoration

Essentiell für die Stimmung des Zimmers ist jedoch, neben der Helligkeit, die Dekoration im Raum. Diese hilft auch, die Funktion des Raumes als Pflegezimmer nicht allzu sehr zum Vorschein treten zu lassen. Gleichzeitig können Sie hier vielerlei Aktivierungsmöglichkeiten für Ihren Angehörigen schaffen, indem Sie Erinnerungsstücke aus dessen Vergangenheit nutzen, um den Raum zu gestalten: Alte Fotos beispielsweise, Leinwände, Musikinstrumente etc.

Hier können Sie mit Ihren Angehörigen zusammen überlegen, was ihm Freude bereiten würde. Schließlich ist es letzten Endes sein Geschmack, dem die Einrichtung des Pflegezimmers entsprechen muss.

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