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Larissas Ausbildung zur Pflegefachfrau

Geschrieben von Johannes Schleicher am 1. März 2021
Kategorie: Allgemein

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Um ein Haar wäre Larissa Bestatterin geworden. Zu unserer Freude ist es dann doch die Ausbildung zur Pflegefachfrau geworden. Was hat sie in ihrem ersten Jahr beeindruckt und wie blickt sie in die Zukunft?

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Pflege statt Bestattung

In die Pflege ist Larissa auch wegen ihrer Mutter gekommen, die ebenfalls bei uns arbeitet; durch sie hat sie den Beruf kennengelernt. Die andere Hälfte ihrer Motivation schöpft sie aus der Auseinandersetzung mit dem Thema "Pflege" bzw. vielmehr "sich um andere Menschen kümmern". 

Denn obwohl sie jetzt Pflegefachfrau wird, wollte Larissa eigentlich Bestatterin werden – ein Berufsbild, an das bestimmt nicht jede Heranwachsende denkt, wenn man sie nach seinem Traumjob fragt.

Aber Larissa hatte Dokus über das Bestatten gesehen und auch mit einigen Bestattern über ihren Job geredet und hat dem Beruf einiges abgewinnen können. 

Dass sie sich dann doch für die Pflege entschieden hat, darüber können wir uns natürlich nur freuen. 

Beide Berufe vereint jedoch, dass die Fürsorge für Menschen im Vordergrund steht, das Zwischenmenschliche, das Für-andere-da-sein. 

Menschlichkeit in der Pflege

Darum geht es Larissa auch in der Pflege. Sie möchte nicht auf Station oder in der Klinik arbeiten – überall dort, wo Pflege mechanisch wird und nach Stoppuhr verläuft, sieht sie sich nicht. 

Sie möchte sich in Ruhe um die individuellen Bedürfnisse der Menschen kümmern. Wenn jemand noch länger schlafen möchte, soll er das tun, wenn jemand erst später frühstücken möchte, soll er die Möglichkeit dazu haben.

Dafür eignen sich die alternativen Wohnformen wie beispielsweise die Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz oder das Betreute Wohnen natürlich besonders.

"Das ist nicht 'das ist Patient, hier ist Pflegekraft', sondern wirklich eine Wohngemeinschaft, wie eine Familie, und da sind wir auch Teil von."

Larissa

Im Betreuten Wohnen sieht Larissa sich deshalb auch später arbeiten, da es ihrem Ideal von Selbstbestimmung in der Pflege am meisten entspricht.

Natürlich kann sich das auch noch mal ändern, meint sie; in der Ausbildung wird sie in sämtlichen Pflegebereichen Erfahrungen sammeln, vielleicht entscheidet sie sich dann noch um.

Larissas Anfang in der Pflege

Die Pflege ist ein Beruf, an den man sich erst gewöhnen muss. Das ging auch Larissa nicht anders.

In ihren ersten Praxistagen hat sie sich um einen Menschen gekümmert, der im Sterben lag. Das war also nicht nur körperlich, sondern auch seelisch eine Erfahrung, mit der man erst einmal zurecht kommen muss. 

"Ich habe mich schon unwohl dabei gefühlt, ihn zu waschen, weil ich wusste, dass dieser Mensch im Sterben liegt und ich ihm dann bald nicht mehr helfen kann."

Aber schließlich ist Larissa nicht allein in der WG, das ganze Pflegeteam steht hinter ihr und ist für sie da, wenn sie Hilfe oder jemanden zum Reden braucht. Die Pflegekräfte haben ihr erklärt, wie sie mit dem Thema "Tod" umgehen und welche Gedanken einem dabei helfen, mit der Situation umzugehen. Beeindruckend fand Larissa, dass sie das nicht ernst und steif getan haben, sondern verbunden mit Freiheit und Fantasie.

Überhaupt ist der Zusammenhalt im Team groß.

"Gleich meinen ersten Praxistag, den fand ich super schön. Ich wurde super aufgenommen, man hat mir alles gezeigt, ich musste nichts alleine machen."

Wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner Ausbildung und in deinem Beruf!

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