Demenz – 10 nicht alltägliche Fakten

1,7 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt, weltweit sind es 46,8 Millionen – Tendenz steigend. Vieles ist über die Krankheit bekannt, vieles noch nicht. Im Internet kann man sich ein breites Wissen anlesen.

Hier haben wir uns aber auf Aspekte fokussiert, die man nicht leicht findet und die deine Kenntnisse über die Krankheit erweitern werden.

1. Der größte Risikofaktor, Demenz zu bekommen

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Es ist noch nicht wirklich geklärt, was es genau ist, das die Demenz auslöst. Allerdings bestehen zweifellos große Zusammenhänge zwischen einer Demenzerkrankung und dem Alter: Einem Risikofaktor, dem man nicht entgehen kann. Je älter man wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass man an Demenz erkrankt.

  • So sind rund 1,6% aller 65-69-jährigen an Demenz erkrankt.
  • In der Altersgruppe 75-79 sind es schon 7,3%.
  • 85-89-jährige sind zu 26,1% an Demenz erkrankt.
  • Menschen, die älter als 90 Jahre alt sind, sind zu 40,9% betroffen.

Quelle: www.wegweiser-demenz.de

Selbstverständlich gibt es aber auch noch ganz andere Faktoren, die das Risiko vermindern oder erhöhen.

2. Es gibt mehr Frauen als Männer mit Demenz

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Die landläufige Meinung ist: Klar haben mehr Frauen Demenz, Frauen werden ja auch älter als Männer, deshalb gibt es mehr alte Frauen als Männer. Das stimmt zwar; jedoch gibt es nicht nur mehr Frauen mit Demenz, Frauen bekommen auch häufiger Demenz als Männer.

Rund zwei Drittel der rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland ist weiblich. Laut Statista sind dafür weibliche Sexualhormone verantwortlich, vor allem Östrogene.

All diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Dr. Michelle Mielke von der Mayo Clinic Rochester meint dazu, dass die Forschungsgrundlage für eindeutige Aussagen dieser Art noch nicht geschaffen wurde. Die Risikofaktoren sind noch nicht genügend geklärt, und manche dieser Faktoren betreffen die unterschiedlichen Geschlechter in verschiedenem Maße.

3. Führt Demenz / Alzheimer zum Tod?

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Jein. Demenz kann Symptome auslösen, die dann zum Tod eines Menschen führen können. So sterben im Gehirn in einem gewissen Stadium Zellen ab, die für die Schluck- und Hustenregulation vonnöten sind. Die Folge ist, dass die betroffenen Menschen sich häufiger verschlucken, wodurch eine Lungenentzündung begünstigt wird. Diese kann dann zum Tod führen.
Ein anderes Beispiel ist die eingeschränkte motorische Koordination durch demenzielle Veränderungen. Deshalb stürzen Menschen mit Demenz häufiger, was mitunter auch tödlich sein kann.
Am Verlust der Nervenzellen durch Demenz selbst sterben Menschen jedoch nicht.

4. Das Demenzrisiko kann um bis zu 60% vermindert werden

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Das ist eine erfreuliche Zahl, die von Wissenschaftlern der Columbia-Universität in New York ermittelt wurde. Weniger erfreulich – zumindest für manch einen – ist, wie man sie erreicht: Durch Sport und ausgewogene Ernährung (das Mantra der Gesundheit).

5. Man kann auch in jüngeren Jahren an Demenz erkranken

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Das soll jetzt nicht alle jungen Menschen in Panik versetzen. Tatsächlich sind weniger als 2% aller Menschen mit Demenz jünger als 65. Grund dafür sind dann eher seltenere Demenzformen wie die beispielsweise frontotemporale Demenz (FTD), die zwar eher selten ist und hauptsächlich 50-60jährige betrifft, die jedoch auch schon bei 20-30jährigen Menschen auftreten kann.

6. Demenz ist nicht gleich Demenz

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„Demenz“, das ist vielen ein Begriff. „Alzheimer“ auch. Tatsächlich gibt es jedoch rund 50 Krankheiten, die unter den Oberbegriff „Demenz“ fallen. Alzheimer ist eine davon, allerdings auch die mit Abstand häufigste Form: Zwei Drittel aller Demenzerkrankungen sind Alzheimererkrankungen.

7. Kinder können toll mit Menschen mit Demenz umgehen

kind

Das ist tatsächlich so und liegt daran, dass Kinder noch einen natürlicheren, emotionaleren Zugang zu Menschen finden als Erwachsene. Das macht den Umgang unverstellt und unkompliziert. Und darauf reagieren Menschen mit Demenz durchaus positiv.

8. Es gibt essbares Wasser, das Menschen mit Demenz vor Dehydrierung schützt

wasser

Viele ältere Menschen, vor allem Menschen mit Demenz, verlieren nach und nach das Durstgefühl. Zu wenig Flüssigkeit im Körper ist allerdings gerade im Alter alles andere als gesund. Der Designer Lewis Hornby beobachtete das bei seiner eigenen Großmutter und suchte daraufhin nach einer Lösung. Er nutzte ein Geleepulver, das das 9-fache seiner Masse an Wasser aufnehmen kann. Beigemischte bunte Farben erregen Aufmerksamkeit und ein ansprechendes Design lädt zum Verzehr ein. So können die „Jelly-Drops“, wie Lewis seine Wasserpralinen nennt, der Dehydrierung entgegensteuern.

9. Raucher erkranken häufiger an Demenz

Frau beim Rauchen

Es wundert wahrscheinlich keinen, dass das Rauchen nicht nur für die Lunge schlecht ist, sondern auch fürs Hirn. Zwar hält sich in manchen Kreisen hartnäckig das Gerücht, dass Rauchen eine gewisse Schutzfunktion hat. Es gibt sogar Studien dazu, allerdings kommen diese so ziemlich ausnahmslos aus der Nähe der Tabakindustrie.

Tatsächlich schützt das Rauchen höchstens davor, geküsst zu werden.

Es ist schwierig, den Zusammenhang zwischen Rauchen und Demenz zu untersuchen, da viele Raucher sterben, bevor eine Demenz aufkommen kann. Deshalb ist auch die Studienlage nicht sehr ergiebig. Trotzdem gibt es natürlich Studien.

Einer Langzeitstudie aus den Vereinigten Staaten nach schädigt Rauchen durch einen „komplexen Mechanismus“ sowohl das Gehirn als auch Blutgefäße und Zellen, was das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöht.

Die Studienteilnehmer, die mehr als 2 Päckchen pro Tag rauchten, hatten ein um 114% höheres Risiko, eine Demenz zu bekommen, als Nichtraucher.

10. So erkennt man Demenz frühzeitig

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Ganz zu Anfang ist es sicherlich schwer, eine Demenz zu erkennen. Schusselig und vergesslich war man vielleicht früher schon, Stimmungsschwankungen schiebt man auf fehlende Energie im Alter – und oft stimmt das natürlich auch einfach.
Außerdem können unterschiedliche Areale im Gehirn betroffen sein, was auch die Symptome sehr individuell macht.
Einige Faktoren sind aber trotzdem starke Indikatoren dafür, dass eine Demenz vorliegen könnte:

  • Öfter auftretende, signifikante Gedächtnislücken
  • Vergessen von einfachen Wörtern
  • Verheddern beim Formulieren langer Sätze
  • Vergessen von Dingen
  • Orientierungsprobleme
  • Veränderung der Persönlichkeit, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit,
  • Stimmungsschwankungen

Die Symptome für eine Demenz sind denen einer Altersdepression jedoch sehr ähnlich. In unserem Beitrag zur Altersdepression steht, wie man beides bestmöglich unterscheiden kann.

Andernorts haben wir die wichtigsten Tipps zum richtigen Umgang mit Menschen mit Demenz gesammelt.

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