Schöne Tage trotz COPD

Wie erfahren pflegebedürftige Menschen die Intensivpflege? Wo gibt es Probleme, was läuft super, wie wird das Leben gelebt? Darüber haben wir mit Frau Weidenmüller gesprochen, die unsere außerklinische Intensivpflege in Anspruch nimmt.

Können Sie etwas über sich erzählen?

Ich bin seit einiger Zeit in der Pflegerente, weil ich an der COPD erkrankt bin. Vorher habe ich in der Agrargenossenschaft gearbeitet. Ich war in der Schweineproduktion tätig. Damals hat mir der Pulmologe erklärt, dass ich durch das Ammoniak, das ich da eingeatmet habe, diese Lungenkrankheit bekommen habe.

Er wollte deswegen die Berufsgenossenschaft benachrichtigen, das habe ich aber nicht gewollt, weil ich Angst hatte um meinen Arbeitsplatz. Und arbeitslos wollte ich nicht werden. Deshalb habe ich dort gearbeitet, bis ich nicht mehr konnte, bis mein Chef gesagt hat, ich soll mich krankschreiben lassen, bis ich Berufsunfähigkeitsrente bekomme. Und so ist es dann auch passiert.

Jetzt werde ich nachts beatmet, habe 24 Stunden am Tag Sauerstoff und bin nicht belastbar. Die Luft ist einfach schnell weg. Also werde ich auch 24 Stunden am Tag betreut, weil ich bei vielen Dingen wie beim Waschen, Anziehen, Ausziehen etc. Hilfe brauche. Das schaffe ich nicht alles alleine.

Wie war es für sie, Pflege zum ersten Mal in Anspruch zu nehmen?

Es war sehr schwer. Die erste Zeit hab ich gedacht, die Welt geht unter. Ich habe mich gefragt, wie es weitergeht, ob ich überhaupt wieder nach Hause kann oder ob ich im Heim bleiben muss und so weiter. Aber Herr Job von der Jedermann Gruppe hat dann alles in die Wege geleitet. Uns wurde gesagt, dass wir uns keine Sorgen machen brauchen, es wurde alles von Jedermann gemacht. Zwischendurch war ich in einer Intensivpflegeeinrichtung und sobald ein Team für mich zusammengestellt worden war, kam ich nach Hause. Das war am 14. November 2017 und da war ich auch sehr glücklich.

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Und jetzt habe ich ein tolles Team, das mich betreut. Alle kümmern sich um mich, wenn’s mir nicht gut geht, darauf kann ich mich verlassen. Das sind so liebe Menschen!

Ich hätte nie gedacht, dass es doch noch so schön sein kann, dass ich die Stunden so genießen kann jeden Tag. Und ich bin wirklich sehr dankbar und das habe ich auch den Schwestern und Pflegern schon oft gesagt. Mit der Zeit baut man ja auch ein großes Vertrauen auf. Und das ist schön, fast wie eine Familie.

Weidenmüller

War es für Sie anfangs ein Problem, sich auf so viele Menschen einzustellen?

Also anfangs klar. Man hat eine gewisse Scheu, eine gewisse Scham, Weil man sich ja auf eine Art ja bloßstellt, wenn man zum Beispiel gewaschen wird oder ähnliches. Aber mit der Zeit kommt dann Vertrauen.

Was unternehmen Sie mit den Pflegekräften?

Zum Beispiel gehen wir spazieren: Ich habe einen E-Rollstuhl, mit dem ich auch gut rauskomme, weil ich für draußen einen Treppenlift habe. Oder wenn bei uns im Dorf gefeiert wird oder Familiengeburtstage anstehen, dann gehen wir da hin. Dann frage ich die Kinder immer, ob sie die Pflegekraft und mich fahren können, und irgendeiner hat dann immer Zeit und sagt „Mutti, wir fahren dich, wohin du möchtest.“ Also ich hab wirklich schöne Tage!

Mein Pulmologe hat mir auch gesagt, dass es super ist, wenn ich auf gewisse Dinge hinarbeite und dass ich das, was ich mir vornehme, auch mache. Denn das baut ja auch auf, wenn man Ziele hat, und hält aktiv!

Haben Sie Tipps für Menschen, die in Ihre Situation kommen?

Man sollte sich erstmal in Ruhe alles anhören, was einem erklärt wird. Und dann sollte man mit Geduld an die Sache rangehen und vor allem nicht abweisend zu den Menschen sein, die sich um einen bemühen und sich um einen kümmern.

Man muss die Menschen ja auch erst kennen lernen, die für einen da sind. Und das beste draus machen.

Also die Menschlichkeit ist das A und O, das ist sehr wichtig. Mit der Zeit hab ich alle, die sich um mich kümmern, ins Herz geschlossen, weil alle sehr gut mit mir umgehen und mich auch verstehen. Und wenns mir mal nicht so gut geht, versuchen sie, mich aufzubauen, und das find ich gut.

Ich bin wirklich froh, dass es Menschen gibt, die sowas machen, weil viel Mühe dazugehört, und sie sind auch wirklich mit Herzblut dabei, und das ist wirklich viel wert.

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