Was bedeutet Rückzugspflege? Wie ist Rückzugspflege strukturiert?

Rückzugspflege ist ein Begriff aus der Intensivpflege und bedeutet eine Reduzierung der 24-Stunden-Versorgung eines bisher intensivpflegebedürftigen Patienten. Die Reduzierung der Pflege steigert die Selbstständigkeit des pflegebedürftigen Menschen und fördert dadurch auch das Selbstvertrauen.

Die Voraussetzung für eine Rückzugspflege ist selbstverständlich vorrangig der gesundheitliche Zustand des pflegebedürftigen Menschen, der dies erlaubt. Dafür ist eine positive Einschätzung der behandelnden Ärzte und des Pflegedienstes vonnöten.

Da Rückzugspflege nicht bedeutet, dass die Pflege durch den Pflegedienst völlig entfällt, muss in Absprache aller Beteiligten (Pflegebedürftige, Angehörige, Ärzte und Pflegefachkräfte) ein Konzept erarbeitet werden, das die Rückzugspflege entsprechend organisiert. Dieses Konzept ist immer völlig individuell, da nicht nur der jeweilige Gesundheitszustand des pflegebedürftigen Menschen in Betracht zu ziehen ist, sondern auch dessen familiäres bzw. soziales Umfeld, das gewisse Aufgaben übernehmen kann.

Damit die Angehörigen des Pflegebedürftigen kompetent und sicher an diese Aufgaben herangehen können, werden sie im Vorfeld intensiv und umfassend von den Pflegefachkräften eingearbeitet. Selbstverständlich steht bei einer Betreuung durch einen Pflegedienst auch immer eine Ansprechperson zur Verfügung, sofern Fragen oder Probleme auftauchen, mit denen die Angehörigen nicht umgehen können.

Zur Info

Durch die Rückzugspflege ändert sich selbstverständlich auch das Verhältnis von Pflegegeld, das bei pflegenden Angehörigen ausgezahlt wird, und Pflegesachleistungen, das für Pflegedienste zur Verfügung gestellt wird. Dies müssen pflegende Angehörige in Rücksprache mit dem Pflegedienst bei der Pflegekasse angeben, um die korrekten Gelder zu erhalten.
Auch kann es sein, dass die Rückzugspflege (wegen der Besserung des gesundheitlichen Zustands) mit einer Reduzierung des Pflegegrads einhergeht. Dies muss ebenfalls unbedingt in die Kostenrechnung einbezogen werden.

Rückzugspflege bei Kindern

Kinder erfahren häufiger eine Besserung ihres gesundheitlichen Zustands als ältere Menschen, weshalb die Rückzugspflege auch oft für Kinder in Frage kommt.
Da Kinder ohnehin altersbedingt von ihren Eltern versorgt werden, kümmert sich die Kinderintensivpflege meistens nicht um die Grundpflege, sondern lediglich um die Behandlungspflege bzw. etwaige Schul- oder Kitabegleitungen (selbstverständlich kann das je nach Kapazitäten und Wünschen der Angehörigen auch anders sein).
Die Einweisung, die Pflegekräfte den Angehörigen geben müssen, betrifft dann oft nur noch Aspekte der genannten Behandlungspflege.

Beispiel für eine Rückzugspflege

Wenn ein pflegebedürftiger Mensch von seinem behandelnden Arzt so eingeschätzt wurde, dass er keine 24-Stunden-Versorgung mehr benötigt, können dessen Angehörige nach der Einweisung durch den Pflegedienst beispielsweise die Versorgung einer Schicht pro Tag übernehmen. Auch kann man den Patienten wieder häufiger zu Untersuchungen ins Krankenhaus bringen, anstatt alles in dessen Häuslichkeit zu erledigen.

Falls die Rückzugspflege für Sie oder einen Angehörigen in Frage kommt, Sie Fragen haben oder sich detailliertere Informationen wünschen, sind wir gerne für Sie da.

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