Altersvergesslichkeit oder Demenz – woran erkennt man die Krankheit?

Geschrieben von Johannes Schleicher am 30. Juli 2021
Kategorie: Demenz

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Der Klassiker: Oma hat vergessen, wo sie ihre Brille hingelegt hat, dabei trägt sie sie auf dem Kopf. Ist das noch die bekannte Vergesslichkeit im Alter oder schon ein Anzeichen für eine Demenz? Wo hört das eine auf, wo fängt das andere an? Und woran erkennt man das? Wann muss man sich Sorgen machen, und wann sollte man zum Arzt?

Inhalt:

Weiterführende Informationen

Der Unterschied zwischen Demenz und Altersvergesslichkeit

Es ist tatsächlich relativ normal, dass man im Alter vergesslicher wird, vor allem, was unwichtige Details und neue Informationen angeht. 

Das liegt daran, dass nicht mehr so viele neue Gehirnzellen gebildet werden und Nervenfasern im Gehirn schwinden, die Bereiche miteinander verknüpfen.

Dadurch nimmt die Leistungsfähigkeit des Gehirns ab.

Trickbetrug bei Senioren

Eine Demenz ist im Vergleich zu dieser Art der Vergesslichkeit eine Krankheit, bei der die kognitiven Leistungen

  • fortschreitend und 
  • mitunter auch extrem 

abnehmen. Der markanteste Unterschied zwischen den beiden Formen der Vergesslichkeit ist deshalb 

Das Fortschreiten der Vergesslichkeit

Normale Altersvergesslichkeit schreitet gar nicht bis kaum merklich fort. Eine Demenz hingegen tut dies sehr wohl und das auch manchmal relativ schnell bzw. in großen Schritten. 

Wenn man also bemerkt, dass 

  • eine Geschichte innerhalb von kurzer Zeit vollständig noch einmal erzählt wird
  • eine Frage, obwohl sie schon mehrmals beantwortet wurde, immer wieder gestellt wird
  • Dinge, die gerade erst passiert sind, wieder vergessen werden
  • alltägliche Dinge nicht mehr richtig verrichtet werden (beispielsweise das Essen zwar gekocht, jedoch nicht an den Tisch gebracht wird)

sollte man recht bald ärztlichen Rat suchen.

Betreuung für Menschen mit Demenz

Oft ist die Betreuung zuhause nicht mehr möglich. Dafür stehen unsere Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz in Brandenburg an der Havel zur Verfügung, in denen die Bewohner fürsorglich und professionell betreut werden.

Mehr zu den Wohngemeinschaften

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Erfahrungen & Sprachvermögen

Erfahrungswissen, Wortschatz und das Sprachvermögen sind nicht von Altersvergesslichkeit betroffen.

Wenn man also an sich feststellt, dass man öfter Wortfindungsstörungen hat oder sich nicht mehr daran erinnern kann, wie etwas funktioniert (beispielsweise die oft benutzte Nähmaschine oder die regelmäßige Reinigung des Kaffeeautomaten), handelt es sich eher um eine beginnende Demenz als um reine Vergesslichkeit.

Wie viel Vergesslichkeit ist normal?

Die oben genannten Beispiele deuten schon darauf hin, dass Besorgnis erregender Gedächtnisverlust wirklich erst bei bedeutenderen Gedächtnisschwächen aufkommt.

Sind die Gedächtnisschwächen langanhaltender vorhanden? Fallen sie auch Dritten auf? Dies könnte Grund sein, einmal genauer hinzuschauen. 

Das betrifft im Übrigen nicht nur das Verlegen von Dingen wie dem Schlüssel oder der Brille, sondern auch 

  • fehlende Orientierung – man befindet sich an einem bekannten Ort, hat jedoch das Gefühl, sich nicht auszukennen
  • das Vergessen von Terminen, Passwörtern oder Namen von Personen und Gegenständen
  • das "Verlernen" von eigentlich gewohnten Tätigkeiten wie Bügeln oder ein Regalbrett anbringen
arzt

Wann sollte man zum Arzt?

Wenn man mal eine Kette verlegt oder beim Einkaufen die Milch vergisst, ist das kein Anlass zur Sorge. Oft liegt das einfach an der Tagesform. Stichwort ist hier "regelmäßig".

Wenn Sie diese Symptome an sich oder einem Partner feststellen, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Allerdings sind sie noch nicht so alarmierend wie die oben genannten Symptome, bei denen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen sollten.

Der Arzt kann genauer diagnostizieren, ob eine Demenz vorliegt, und in diesem Fall entsprechende Maßnahmen verordnen.

Altersvergesslichkeit – was kann man dagegen tun?

Wie bereits erwähnt ist ein gewisses Maß an Vergesslichkeit unvermeidlich. Allerdings kann man einige Faktoren beachten, die Gedächtnisleistungen beeinflussen.

Welche Faktoren das sind, dürfte keine große Überraschung darstellen, weil sie im Zusammenhang mit Demenz, kognitiven Fähigkeiten, aber auch allgemeiner Gesundheit ständig eine Rolle spielen. Diese Faktoren sind:

  • Ausgewogene Ernährung
  • Ausreichendes Trinken
  • Regelmäßige Bewegung
  • Verzicht auf übermäßigen Genuss von Alkohol
  • Verzicht aufs Rauchen
  • Regelmäßiges "Gehirn-Jogging": Durch Anstrengen der kognitiven Fähigkeiten bleiben diese auch länger erhalten
  • Soziale Aktivität
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