PEG Magensonde – Perkutane endoskopische Gastrostomie

Eine PEG-Magensonde ist eine Form künstlicher Ernährung, die sehr häufig vor allem bei Schluckstörungen oder Krankheiten im Rachenraum genutzt wird.

Was ist eine PEG Magensonde?

Die PEG (Perkutane endoskopische Gastrostomie) Magensonde ist eine in der Intensivpflege häufig eingesetzte Sonde, die bei langfristiger künstlicher Ernährung eingesetzt wird. Im Gegensatz zur nasalen Magensonde stellt die PEG-Sonde eine direkte Verbindung vom Magen zur Bauchdecke her. Dabei wird ein elastischer Kunststoffschlauch mit Hilfe einer Endoskopie in den Magen gelegt. Sowohl von innen als auch von außen wird der Schlauch von kleinen Platten gehalten, sodass er nicht verrutschen kann. An der Außenseite können nun mit Hilfe einer Spritze oder einer Ernährungspumpe Nahrung und gegebenenfalls Medikamente in den Magen geleitet werden.

Wann wird die Perkutane endoskopische Gastrostomie genutzt?

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Quelle: Pflegewiki HoRaMi

Eine PEG-Sonde kommt zum Einsatz, wenn die Ernährung durch eine Nasensonde nicht möglich ist. Eine Magensonde wird dementsprechend vor allem Patienten eingesetzt, die Schluckstörungen oder schwerwiegende Krankheiten im Mund-Rachen-Raum haben. Auch Koma-Patienten wird häufig eine PEG-Sonde eingesetzt, da sich die Versorgung darüber je nach Situation einfacher gestalten lässt. Durch die PEG-Sonde kann Mangelernährung und Gewichtsabnahme entgegengewirkt werden. Bei bestimmten Krankheiten im Magen-Darm-Bereich, wie beispielsweise einer Bauchfellentzündung oder einem Darmverschluss, wird keine PEG-Sonde benutzt. Mehr dazu findet sich weiter unten bei den Kontraindikatoren.

Vorteile der Perkutanen endoskopischen Gastrostomie

Mit der PEG-Sonde kann dem Patienten im Gegensatz zur nasalen Sonde nicht nur flüssige, sondern auch dünnbreiige Nahrung zugeführt werden. Außerdem ist das Schlucken ungestört möglich und die Gefahr einer Aspiration (“sich verschlucken”) wird gesenkt. Ein weiterer Vorteil ist die verringerte Sichtbarkeit der PEG-Sonde. Dies trägt für viele Menschen, die eine künstliche Ernährung benötigen, entscheidend zur Lebensqualität bei.

Austauschsonden – was hat es damit auf sich?

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Quelle: sondenkinder.de

Normalerweise kann eine PEG Magensonde dauerhaft im Körper verbleiben. Unter bestimmten Umständen, beispielsweise bei Verstopfen oder Porösität des Schlauchs, ist es jedoch nötig, die PEG-Sonde auszuwechseln. Treffen die Störungen häufiger auf, kann dem Patienten eine Austauschsonde eingesetzt werden, die vom Patienten oder seiner Betreuungsperson regelmäßig ausgewechselt wird.

Bei einem so genannten Gastrotube befindet sich im Inneren anstelle einer Platte ein Ballon, der blockt, sobald er mit Wasser gefüllt wird. Durch das Entnehmen des Wassers aus dem Ballon ist der einfache Austausch der Magensonde möglich.

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Quelle: sondenkinder.de

Ein Button hingegen hat anstelle des Schlauchs lediglich einen kleinen Knopf mit Deckel an der Bauchoberfläche. Der Schlauch wird dann jeweils nur angeschlossen, wenn Nahrung zugeführt werden muss. Der Button ist unter der Kleidung nicht sichtbar. Diese Lösung wird vor allem bei Kindern angewandt, weil sie weiterhin große Bewegungsfreiheit trotz Magensonde erlaubt.

Wann darf man eine solche Sonde nicht einsetzen?

Es gibt einige Kontraindikatoren für den Einsatz einer PEG-Sonde. Einige davon sind absolut, andere relativ. Das heißt, dass manche Komplikationen / Faktoren den Einsatz einer PEG-Magensonde völlig unmöglich machen, andere dies jedoch nur bedingt tun.

Absolute Kontraindikatoren

  • Akutes Abdomen (lebensbedrohliche Erkrankung im Bauchraum)
  • Ileus (Darmverschluss oder -lähmung)
  • Schwer generalisierte Wundheilungsstörungen
  • Peritonitis, intraadbomineller Infekt (Entzündung des Bauchfells)
  • Fehlende Diaphanoskopie (Unmöglichkeit einer Bauchdeckendurchleuchtung)
  • Morbus Crohn (wegen Fistelbildung)
  • Tumorinfiltration an der Punktionsstelle
  • Magenausgangsstenosen
  • Magersucht
  • Gerinnungsstörungen
  • Fehlende Diaphanoskopie (Durchleuchtbarkeit der Bauchdecke)

Relative Kontraindikatoren

  • Immunsuppression
  • Gravierende Resporptionsstörung
  • Gerinnungsstörungen
  • Peritonealcarcinose (Befall des Bauchfells mit bösartigen Tumoren)
  • Aszites (Bauchfellmetastasen)
  • Gravierende Hepatomegalie (abnormale Vergrößerung der Leber)
  • Varizen (pathologisch erweiterte, oberflächliche Venen in Bauchdecke und Ösophagus)
  • Gastrektomie (Entfernung des Magens)
  • Ulkusblutungen (Blutungen eines Magengeschwürs)
  • Adbominalwandinfektion
  • Ventrikuloperitonealer Shunt (Verbindung zwischen Ventrikelsystem des Gehirns und Bauchhöhle)
  • Starke Adipositas

Ethische Problematik bei Magensonden

Bei Patienten in der finalen Lebensphase kann die Perkutane endoskopische Gastrostomie eine lebensverlängernde Maßnahme bedeuten. Hierin besteht der ethische Konflikt: Es ist nicht immer gewährleistet, dass der oder die Betroffene dieser Maßnahme zustimmt. Bevor eine Magensonde gelegt wird, ist zwar die Einwilligungserklärung des Patienten nötig, ist dieser jedoch nicht mehr ansprechbar, entscheidet seine Betreuungsperson.

Hier finden Sie einen interessanten Beitrag zum Thema: Pflege der PEG.

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